Ich weiß, dass die Diskussion sehr heiß ist und dies vor allem für den 2. Weltkrieg gilt. Ich halte die Argumentation für sehr fragwürdig, wenn man erklärt, dass man sich "nur" mit den militärischen auseinandersetzt und damit keine Politik berührt. Diese Argumentation ist nich haltbar, denn Politik und Krieg stehen in vielfacher und oft nicht zu trennenden Wecheslverhältnis zu einander. Dies gilt für die Analyse, warum ein Krieggeführt wird genauso wie für die hier als politikfrei vorgehaltene militärhistorische Ebene. Denn auch wenn hier sicher andere Bereiche eine einflussreiche Rolle spielen, wie z.B. die logistische Versorgung oder die Moral, spielt die Politik eine entscheidende Rolle. So wurden die Reste des britischen Expeditionskorps am Ende des Frankreichfeldzuges zwar eingekesselt, aber nicht bis zum Ende angegriffen, was wahrscheinlich daran lag, dass Hittler einen Sonderfrieden mit Großbritannien aushandeln wollte und sich hier ein weniger brutales Vorgehen anbot. Desweiteren ist die Wehrmacht, um den Fokus auf der deutschen Armee zu lassen, nicht politikfrei und damit verbrechensfrei wie der Historikerstreit und zu letzt die Wehrmachtsausstellung eindeutig klar gemacht haben. Sie war nicht nur eine "normale" Armee, dies sollte nach 25 Jahren-Diskussion klar sein. Ich wende mich jetzt nicht dagegen Deutsche zu spielen und jeder muss selbst eine Grenze ziehen und klar werden, was er mit seinem Gewissen vereinbaren kann, aber ich bin dafür, dass dies und die allgemeinen Schrecken des Krieges, der den clausewitzschen Gesetzmäßigkeiten folgend Nahe am "absoluten Krieg" war und vor allem von den Deutschen in Polen, der Sowjetunion und anderen osteuropäischen Staaten so geführt wurde, nicht zu vergessen und in den Regelwerke - das ist das Wichitige - dies transparent zu halten, d.h. es mindestens zu erwähnen. Vor allem diesen Punkt vermisse ich in den Flames-of-War-Regelwerken. Hier wird der Krieg und die Heldetaten gefeiert. Aller strategischen und taktischen Brillianz in Ehren, darf nie vergessen werden, dass Krieg eine Form des menschlischen Konfliktes ist, die als Ultimo Ratio angesehen werden muss. Dies macht es auch so schwierig über den Zweiten Weltkrieg zu sprechen, da hier die Schluldfrage ohne Zweifel geklärt ist und der Krieg nicht als Naturkatastrophe, wie es oft beim Ersten Weltkrieg der Fall ist, verklärt werden kann.
Dies sind meine kleinen Gedanken und Meinungen dazu. Sie sind sicher noch nicht ganz ausgereift und deshalb freue ich mich über eure Kritik, wollte aber niemanden beleidigen, in die Enge treiben, sondern vielmehr nicht auf Menschen, sondern auf Argumente einschlagen. Ich bitte also diesen Beitrag als Sachbeitrag zu sehen.