Du bist nicht angemeldet.

21

23.02.2009, 15:07

so, habe in den englischen Verweisen gewühlt (wie üblich ergiebiger als die in unserer Provinzsprache).

Scheint, dass sogar der Originaltext online ist...

http://www.fordham.edu/halsall/source/451jordanes38.html

wenn dass die einzige Primärquelle ist (Ergänzt um einen Haufen Bischofschroniken, die den Rahmen und den groben Ort bestätigen, naturgemäß aber nix über Schlachtfeld und Taktik sagen),
dann können wir uns den Versuch einer genauen Simulation echt schenken.... So ist das halt in den Dark Ages.

Die Referenz zu den Bogenschützen ist aus den Wikipedia Artikeln (der englische ist besser im Sinne von mehr Info enthaltend und viel besser durch Zitate abgesichert, als der Deutsche).

Danach stand Theoderichs Sohn definitiv nicht auf dem anderen Flügel als die anderen Westgoten (Warum auch...) sondern führte einen Teil der Westgoten auf dem rechten Flügel, nur abgesondert von seinem Vater (Vermutlich dem durchbrochenen Gelände geschuldet).

Es gibt da vermutlich mehrere Hügelzüge, würde ich denken, teils parallel zur Marne, teils parralel zu den Bächen, die da waren, und die wie üblich wohl zur Marne hin flossen.
Ein steiler und dominierender aber nicht von Wald bedeckter Hügel direkt an der Marne ist jetzt nicht so sehr wahrscheinlich, eher handelt es sich vermutlich um Abbrüche und generell durchschnittenes Gelände.
Die Quellen, die wir haben sind ja von Nicht-Augenzeugen Jahrzehnte später, also braucht man in denen keine topographische Genauigkeit suchen...

Wenn Du dir die Gegend heute auf google earth ansiehst (chalons marne france) ist die Gegend zwischen Chalons und Troyes wellig bis flach, durchzogen von Wäldchen und Bächen sowie Flüssen, aber insgesamt im Gegensatz zur Umgebung (Ardennen im Osten) flach.
Also kein Wunder, das Attila hier eine Schlacht anbot.

Es kommt mir auch unwahrscheinlich vor, dass Attilla mit seinen ungepanzerten Hunnen versucht haben sollte einen dominanten von den Römern gehaltenen Hügel zu stürmen....

Ich denke, es gab da mehrere Bodenwellen in dem Schlachtfeld, einige Links, auf denen Aetius sich hielt, einige rechts, durch die die Westgoten vorgingen...
Der Hügel, über den Theoderichs Sohn angreift ist also eher NICHT der, der zu Anfang der Wikipediaberichte links am Ufer der Marne geschildert wird, sondern eben einer auf der rechten, gotischen Seite des Schlachtfelds (wo er ja hingehörte).

Aber wie auch immer, die Schlacht ist zwar historisch interessant, ob es aber ein interessanter Refight werden kann, halte ich für fraglich. Das interessanteste sind die unterschiedlichen Truppentypen... und ihre korrekte Abbildung unter DBMM, was ja leider grade bei gemischt bewaffneten Truppen (Nahkampftruppen mit erheblicher Fernkampffähigkeit, hier Hunnen und Römer) seine mit größte Schwäche hat.... ich habe bei meinem Vienna-Szenario die Bd (Abgesessene Türkische Reiter) auch schiessen lassen müssen (wie Bw), um eine einigermassen realistische Simulation hin zu bekommen.... (sonst können die sich nämlich grade nicht auf Hügelkuppen halten, wenn der Gegner schiessen kann.... naja, hier könnte man auch niemand schiessen lassen, dann tut DBMM wieder, hmmmm, die hunnische LH kann ja auch nicht schiessen (schiessen wird ja generell überbewertet, wenn man PB glauben schenken darf... ;.).

In jedem Fall, kann man im Norden den Fluss, im Süden die Wälder legen und dazwischen mit Gullies, Orchards, sanften Hügeln und Bächen das Gelände fast auswürfeln, da wir bis heute nicht wissen, wo die Schlacht genau stattfand, ist alles, was Du auslegst Spekulation, also würde ich eher dafür sorgen, dass es für eine spannende Schlacht sorgt, als der Chimäre historischer Akuratesse nachzujagen, die wird es hier nicht geben.

So long

T.
- DVfhS - Deutscher Verein für historische Simulation

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...as falls Wichita, so falls Wichita Falls...

22

23.02.2009, 15:52

ahhhh

... sieh, das gute liegt so nah...

http://www.fanaticus.org/DBA/battles/chalons.html

viel mehr gibt es dazu nicht zu sagen (kommt übrigens zu ähnlichen Schlüssen wie ich auf der basis der bisherigen Recherche, also Thorismund rechte Flanke der Römer, Gelände flach von bad going durchzogen, im Norden der Fluss und der gentle Hill, sonst zufälliges Gelände).

Ob der Fluss im Norden nun die Marne, die Seine oder vielleicht nur die Aube war... (Wenn ich mir die Gegen heute so ansehe) egal,

neben anderen kommt eine der auf fanaticus hinterlegten Quellen,nämlich
http://www.wargames.co.uk/Library/ArticlesH/Chalons.html
zu dem interessanten Schluss, dass Aetius ein double envelopement geplant hat.

Das ist dann doch interessant.

Das ganze sieht dann ähnlich aus, wie Borodino (vieliecht minus das Flüsschen quer vor den Russen), indem ein Teil der Westgoten unter Thorismund eine erfolgreiche Ausflankierung der linken Flanke der Hunnen (und Ostgoten) schafft (....sie beginnen hinter dem Hügel, stürmen überaschend über den Hügel, hauen die Ostgoten weg, nachdem diese bis dahin sehr erfolgreich mit den Hunnen den anderen Teil der Westgoten unter Theoderich bedrängt haben.
So macht es auch Sinn, dass Theoderich in dem Abwehrkampf gegen die Übermacht ums Leben kommt, bevor Thorismund den Entlastungsangriff fährt und so macht aus Sinn, das Thorismund zunächst nichts von seines Vaters Tod weiss
und so macht aus Sinn, dass die Westgoten, nach dem Abdrängen der Alanen praktisch isoliert und Hauptziel auch der Hunnen auf dem letzten Zahn kämpfend, plötzlich die Ostgoten und Hunnen werfen, vor sich her treiben und bis hinter das Lager der Hunnen zurückwerfen.
Zugleich halten sich die Römer, Westfranken etc. im Norden auch dank des Geländes gegen Gepiden (und mehr Bw als die Gepiden haben sie jedenfalls...), rücken vor, bedrängen die Hunnen, die sich ja auf die Westgoten konzentriert hatten, Gepiden und Ostgoten brechen schließlich unter den Flankenattacken, die Hunnen ziehen sich in der Mitte zurück.

Soooo wird das dann doch noch eine interessante Schlacht.

Bloss, nachdem ich jetzt den Flankenmarsch Thorismunds verraten habe, wird sich unser Atilla auf der Platte auch so einsacken lassen?

Und wo bekommen wir das ganze gotische, gepidische und Fränkische Fussvolk her....?

jedenfalls bräuchte man eine große Platte, um die Bewegungen und unwägbarkeiten korrekt zu simulieren (3,60 x 180) und jede Menge zu Beginn versteckter Truppen sowie unklarheit der beiden Seiten, was der andere jeweils hat, sowie ein Incentive, zu attackieren, statt sich defensiv einzugraben... (römische Bogenschützen könnten eins sein....).

T.

(der jetzt noch auf weisen Rat des Leosthenes wartet, nachdem er von der -vollkommen ungewohnt selbst durchgeführten Internetrecherche- geschwächt darnider sinkt, zum Glück bin ich schon im Krankenhaus ;-)
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »lehman« (23.02.2009, 16:14)


23

23.02.2009, 16:19

RE: ahhhh

SOOO habe ich mir das vorgestellt. Kaum kitzelt man Dich, fängst Du an wie wild das Internet zu durchforsten, so dass mir der Verdacht kommt, dass Du nicht an einem Deiner Arbeitsplätze sitzt ...
...

(ich weiß nun langsam nicht mehr, wann ich das alles lesen soll - heute habe ich zumindest keine Zeit dafür)

... zum Glück bin ich schon im Krankenhaus ...


8|

Das ist hoffentlich ein Scherz und Du bist nur beim Tippen auf der Tastatur ausgerutscht!?

Gruß additz
DVfHS - Deutscher Verein für Historische Simulation - DVfHS

Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. - Der muss auch mit jedem Arsch klar kommen !
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24

24.02.2009, 14:09

Die Römer scheinen tatsächlich nicht nur Ps, sondern auch Bogenschützen gehabt zu haben. Ob nun einige Einheiten ax sagitaria, oder (vielleicht aus Ostrom überstellte???) Syrische Ax, jedenfalls Bw (o), nicht nur Ps.

Also, man muss Jordanes schon kühn interpretieren, um das so genau sagen zu können…:)
In der Notitia Dignitatum, rund eine Generation vor dieser Schlacht, gibt's im Westen 60-66 Auxilia Palatina, von denen vier Sagittarii-Titel tragen, und 35-41 im Osten, von denen sieben (Sagittarii dominici, Sagittarii iuniores gallicani, Sagittarii iuniores orientales, Sagittarii lecti, Sagittarii seniores gallicani, Sagittarii seniores orientales, Tertii sagittarii valentis) solche Titel tragen. Dazu kommen im Osten noch die Legiones pseudocomitatenses Auxiliarii sagittarii und Prima isaura sagittaria, und eine Cohors limitanea (Cohors prima sagittariorum), macht vielleicht schon Sinn, wenn geschlossene Schützeneinheiten von der DBMM-Armeeliste eher im Osten gesehen werden. (Auch die legio pseudocomitatensis Funditores (die Schleuderer) ist im Ostreich.)

Was geben denn die Listen her:
Patrician Roman: 1-3 Generäle (davon ein brillianter Oberbefehlshaber): rCvO/rKnF/rLHS, 2-8 rKnF, 4-8 rCvO, 2-4 rLHO, 0-2 rLHF, 0-6 iLHS, 4-12 rBdO + 0-½Bd rPsO, 6 rAxS + 0-½Ax rPsO, 0-6 rAxS/rBdI + 0-½Ax/Bd rPsO, 0-6 rAxO + 0-½Ax rPsO, 0-4 rPsO/rPsS, 0-36 iBdI|iAxS, 8-12 iWbO/iBdI, 0-6 rGalF, 0-4 rArtO, 0-6 rBgeO/rBgeF, 0-2BgeO TF.

Burgundian: 2-3 Generäle: iCvO/iWbS, 0-5 iCvO, 56-154 iWbO, 0-10 iPsO, 0-10 iPsI, 0-6 iBgeO/iBgeI, 0-2BgeO TF.

Visigothic: 1-3 Generäle: iKnF, 4-12 iKnF, 12-30 iCvO, 12-60 iWbO, 12-20 iPsO/iBwI, 0-5 iPsO, 0-8 rAxO + ½-1Ax rPsO, 0-6 iBgeO/iBgeI/iBgeF, 0-4 iBtsO+iWbO.

Alan: 2-3 Generäle: iKnF/iLHS, 0-24 iKnF, 12-48 iLHS, 0-24 iBdI, 0-10 iPsO, 0-6 iBgeO/iBgeI/iBgeF, 1-2BgeO TF.

Und auf der Gegenseite:
Hunnic: 1-3 Generäle (davon 1 brillianter Oberbefehlshaber): (iCvO/iLHS)|(rCvO/rLHS), 0-3 iCvO, 16-90 iLHS, *1-4 iKnF, **4-12 iWbO (0-½S), **4-12 iWbO, 0-4 ½iPsS+½iPsI, 0-6 iBgeO/iBgeF, 0-2BgeO TF.

Gepid: 1-3 Generäle: iKnF, 16-30 iKnF, *16-36 iWbO, *12-36 iPsO/iBwI, 0-6 iBgeO/iBgeI, 0-2BgeO TF.

Ostrogothic: 2-3 Generäle: iKnF, 16-48 iKnF, 16-60 iPsO/iBwI, 0-6 iBgeO/iBgeI, 1-2BgeO TF.

OK, die Römer hätten dann als Fernkämpfer nur die Geschütze (da es keinen Waterway geben wird, ja auch keine Galeeren), Hunnen und Alanen gar keine, Goten aller Art (Wesi, Gifðas, Austro-) können recht viele Bogenschützen haben (20/36/60).

Nur ums Gefühl zu entwickeln (ich verstehe schon, dass Du DBMM spielen willst): Legions Triumphant erlaubt Foederate Roman eine battle group all-archer unit unabhängig vom Längengrad. Bei den Alanen und Hunnen hat zwar jeder einen Bogen, aber niemand fight in formed bodies by shooting collectively with missiles shot at longer range (wobei packed too tightly to skirmish effectively bogenbewaffneten Plänklern ja immer passieren könnte…
Was ist der Krieg? Ein barbarisches Handwerk, dessen ganze Kunst darin besteht, an einem bestimmten Ort stärker zu sein.
Napoléon I. (1769-1821)

25

24.02.2009, 14:23

RE: ahhhh

Zugleich halten sich die Römer, Westfranken etc. im Norden auch dank des Geländes gegen Gepiden (und mehr Bw als die Gepiden haben sie jedenfalls...),

Naja, in den DBMM-Listen haben die Gepiden bis zu 36 Bows, Römer keine …

jedenfalls bräuchte man eine große Platte, um die Bewegungen und unwägbarkeiten korrekt zu simulieren (3,60 x 180) und jede Menge zu Beginn versteckter Truppen sowie unklarheit der beiden Seiten, was der andere jeweils hat, sowie ein Incentive, zu attackieren, statt sich defensiv einzugraben... (römische Bogenschützen könnten eins sein....).

Wenn man das mal als Big Battle DBMM sieht, mit wohl drei "normalen" DBMM-Armeen auf jeder Seite - Big Battle DBA benutzt für drei Armeen auf jeder Seite zwar die doppelte Breite, aber die einfache Tiefe (was bei DBMM dann ja wohl 3,60 m × 1,20 m wäre).

(der jetzt noch auf weisen Rat des Leosthenes wartet, nachdem er von der -vollkommen ungewohnt selbst durchgeführten Internetrecherche- geschwächt darnider sinkt, zum Glück bin ich schon im Krankenhaus ;-)

Das Krankenhaus ist ein Scherz? ?( Und ansonsten siehst Du mal, wie das einen mitnehmen kann… :D
Was ist der Krieg? Ein barbarisches Handwerk, dessen ganze Kunst darin besteht, an einem bestimmten Ort stärker zu sein.
Napoléon I. (1769-1821)

26

24.02.2009, 15:04

Hallo Leosthenes,

die Franken (hüben und drüben) hast Du unterschlagen, wie auch die Burgunder, die sich den Hunnen angeschlossen hatten - oder werden die bei Jordanes nicht erwähnt ...
(ich hab' da immer noch nicht nachgelesen - ich gestehe es ...)

Lt. meiner Info ...

... hatten die Gepiden (ich weiß seltsam!) wie auch die Burgunder und Franken keinerlei auf Seiten der Hunnen nur Infanterie dabei ...
Nur die Hunnen und die Ostgoten hatten Reiterei.

... hatten die Römer, Franken und Burgunder der Gegenseite nur Infanterie
Nur die Westgoten und die Alanen hatten Reiterei ...

Ob das stimmt/schlüssig ist?
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27

24.02.2009, 15:55

Hallo Leosthenes,

die Franken (hüben und drüben) hast Du unterschlagen, wie auch die Burgunder, die sich den Hunnen angeschlossen hatten - oder werden die bei Jordanes nicht erwähnt ...
(ich hab' da immer noch nicht nachgelesen - ich gestehe es ...)

Lt. meiner Info ...

... hatten die Gepiden (ich weiß seltsam!) wie auch die Burgunder und Franken keinerlei auf Seiten der Hunnen nur Infanterie dabei ...
Nur die Hunnen und die Ostgoten hatten Reiterei.

... hatten die Römer, Franken und Burgunder der Gegenseite nur Infanterie
Nur die Westgoten und die Alanen hatten Reiterei ...

Ob das stimmt/schlüssig ist?


woher hast Du das?

Mal nur dass, was im Internet steht (wo - auch - immer- die -das- hernehmen...)

Die Gepiden werden eigentlich gar nicht beschrieben, ausser das es Gepiden sind (ich dachte die seine alle wb oder kn (f), dass die irre viel Bw (i) haben dürfen überascht mich.

Die Westgoten haben sicher Reiter, eine Sekundärquelle spricht davon, dass Thorismund Leute absitzen, um über den Hügel zu attackieren, eine andere, das Theoderich vom Pferd geschossen wird und dann unter die Hufe seiner Follower kommt.

Die Römer haben sicher Reiter, wenn auch nur in Reserve, Ihre Gegenattacken auf die Hunnen, als diese weichen, sind beritten.

Immerhin seltsam, dass die weströmerliste Patrician Roman keine Ax mit Bw vorsieht, obwohl sie schon 100 Jahre früher welche hatten und seitdem der Bogen ja allgemein eher wichtiger geworden ist....

Aber wie gesagt, nix genaues weiss man ned (noch nicht mal Leosthenes), DAS sind eben DArk Ages....
Ich würde daher dringend vorschlagen, die sinnlose Sinnsuche einzustellen und auf der Basis der dürren Fakten eine fetzige und ausgewogene Schlacht zu designen...

T.
- DVfhS - Deutscher Verein für historische Simulation

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28

24.02.2009, 16:18

... Die Gepiden werden eigentlich gar nicht beschrieben, ausser das es Gepiden sind (ich dachte die seine alle wb oder kn (f), dass die irre viel Bw (i) haben dürfen überascht mich. ...


Naja ... die Gepidenliste erlaubt 15-36 Bw oder Ps WENN Infanterie aufgestellt wird ... (wie Leostehnes ja schon erwähnt hat)

Schau mal hier ...

Da steht unter Die beiden Heere:

... Die Hunnen waren, wie üblich, beritten und mit Speer, Keule und Seilschlinge bewaffnet sowie mit ihrer wichtigsten Waffe, dem speziell gefertigten Reiterbogen. Rüstung wurde in der Regel keine getragen, lediglich ein kleiner runder Lederschild wurde zur Verteidigung benutzt. Anders war es bei den germanischen Vasallen. Außer den Ostgoten, von deren Kontingent etwa ein Drittel aus Reitern bestand, waren alle Fußsoldaten. ...

...

Aetius' Heer bestand etwa je zur Hälfte aus seinen römischen, fränkischen und burgundischen Kämpfern auf der einen, sowie den westgotischen Kriegern auf der anderen Seite. Dazu kamen einige Tausend Alanen. Römer, Franken und Burgunder bildeten nur Infanterie.

Gruss additz
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24.02.2009, 18:35

Hallo Leosthenes,

die Franken (hüben und drüben) hast Du unterschlagen, wie auch die Burgunder, die sich den Hunnen angeschlossen hatten - oder werden die bei Jordanes nicht erwähnt ...
(ich hab' da immer noch nicht nachgelesen - ich gestehe es ...)

Zitat von »Jordanes, The Origin and Deeds of the Goths«


During this peace Attila was lord over all the Huns and almost the sole earthly ruler of all the tribes of Scythia; a man marvellous for his glorious fame among all nations.…when his brother Bleda, who ruled over a great part of the Huns, had been slain by his treachery, Attila united all the people under his own rule. Gathering also a host of the other tribes which he then held under his sway, he sought to subdue the foremost nations of the world--the Romans and the Visigoths. His army is said to have numbered five hundred thousand men. …

And so a countless host was led forth by Theodorid, king of the Visigoths, who sent home four of his sons, namely Friderich and Eurich, Retemer and Mimnerith, taking with him only the two elder sons, Thorismud and Theodorid, as partners of his toil. …

On the side of the Romans stood the Patrician Aëtius, on whom at that time the whole Empire of the West depended; a man of such wisdom that he had assembled warriors from everywhere to meet them on equal terms. Now these were his auxiliaries: Franks, Sarmatians, Armoricians, Liticians, Burgundians, Saxons, Riparians, Olibriones (once Romans soldiers and now the flower of the allied forces), and some other Celtic or German tribes. And so they met in the Catalaunian Plains, which are also called Mauriacian, extending in length one hundred leuva, as the Gauls express it, and seventy in width. Now a Gallic leuva measures a distance of fifteen hundred paces. That portion of the earth accordingly became the threshing-floor of countless races. The two hosts bravely joined battle. Nothing was done under cover, but they contended in open fight.…

Sangiban, king of the Alani, smitten with fear of what might come to pass, had promised to surrender to Attila, and to give into his keeping Aureliani, a city of Gaul wherein he dwelt. When Theodorid and Aëtius learned of this, they cast up great earthworks around that city before Attila's arrival and kept watch over the suspected Sangiban, placing him with his tribe in the midst of their auxiliaries. …

The armies met, as we have said, in the Catalaunian Plains. The battle field was a plain rising by a sharp slope to a ridge, which both armies sought to gain; for advantage of position is a great help. The Huns with their forces seized the right side, the Romans, the Visigoths and their allies the left, and then began a struggle for the yet untaken crest. Now Theodorid with the Visigoths held the right wing and Aëtius with the Romans the left. They placed in the centre Sangiban (who, as said before, was in command of the Alani), thus contriving with military caution to surround by a host of faithful troops the man in whose loyalty they had little confidence. For one who has difficulties placed in the way of his flight readily submits to the necessity of fighting. On the other side, however, the battle line of the Huns was arranged so that Attila and his bravest followers were stationed in the centre. In arranging them thus the king had chiefly his own safety in view, since by his position in the very midst of his race he would be kept out of the way of threatening danger. The innumerable peoples of the divers tribes, which he had subjected to his sway, formed the wings. Amid them was conspicuous the army of the Ostrogoths under the leadership of the brothers Valamir, Thiudimer and Vidimer, nobler even than the king they served, for the might of the family of the Amali rendered them glorious. The renowned king of the Gepidae, Ardaric, was there also with a countless host, and because of his great loyalty to Attila, he shared his plans. For Attila, comparing them in his wisdom, prized him and Valamir, king of the Ostrogoths, above all the other chieftains. Valamir was a good keeper of secrets, bland of speech and skilled in wiles, and Ardaric, as we have said, was famed for his loyalty and wisdom. Attila might well feel sure that they would fight against the Visigoths, their kinsmen. Now the rest of the crowd of kings (if we may call them so) and the leaders of various nations hung upon Attila's nod like slaves, and when he gave a sign even by a glance, without a murmur each stood forth in fear and trembling, or at all events did as he was bid. Attila alone was king of all kings over all and concerned for all.

So then the struggle began for the advantage of position we have mentioned. Attila sent his men to take the summit of the mountain, but was outstripped by Thorismud and Aëtius, who in their effort to gain the top of the hill reached higher ground and through this advantage of position easily routed the Huns as they came up.

Now when Attila saw his army was thrown into confusion by this event, he thought it best to encourage them by an extemporaneous address on this wise: "Here you stand, after conquering mighty nations and subduing the world. I therefore think it foolish for me to goad you with words, as though you were men who had not been proved in action. Let a new leader or an untried army resort to that. It is not right for me to say anything common, nor ought you to listen. For what is war but your usual custom? Or what is sweeter for a brave man than to seek revenge with his own hand? It is a right of nature to glut the soul with vengeance. Let us then attack the foe eagerly; for they are ever the bolder who make the attack. Despise this union of discordant races! To defend oneself by alliance is proof of cowardice. See, even before our attack they are smitten with terror. They seek the heights, they seize the hills and, repenting too late, clamor for protection against battle in the open fields. You know how slight a matter the Roman attack is. While they are still gathering in order and forming in one line with locked shields, they are checked, I will not say by the first wound, but even by the dust of battle. Then on to the fray with stout hearts, as is your wont. Despise their battle line. Attack the Alani, smite the Visigoths! Seek swift victory in that spot where the battle rages. For when the sinews are cut the limbs soon relax, nor can a body stand when you have taken away the bones. Let your courage rise and your own fury burst forth! Now show your cunning, Huns, now your deeds of arms! Let the wounded exact in return the death of his foe; let the unwounded revel in slaughter of the enemy. No spear shall harm those who are sure to live; and those who are sure to die Fate overtakes even in peace. And finally, why should Fortune have made the Huns victorious over so many nations, unless it were to prepare them for the joy of this conflict. Who was it revealed to our sires the path through the Maeotian swamp, for so many ages a closed secret? Who, moreover, made armed men yield to you, when you were as yet unarmed? Even a mass of federated nations could not endure the sight of the Huns. I am not deceived in the issue;--here is the field so many victories have promised us. I shall hurl the first spear at the foe. If any can stand at rest while Attila fights, he is a dead man." Inflamed by these words, they all dashed into battle.

And although the situation was itself fearful, yet the presence of their king dispelled anxiety and hesitation. Hand to hand they clashed in battle, and the fight grew fierce, confused, monstrous, unrelenting--a fight whose like no ancient time has ever recorded. There such deeds were done that a brave man who missed this marvellous spectacle could not hope to see anything so wonderful all his life long. For, if we may believe our elders, a brook flowing between low banks through the plain was greatly increased by blood from the wounds of the slain. It was not flooded by showers, as brooks usually rise, but was swollen by a strange stream and turned into a torrent by the increase of blood. Those whose wounds drove them to slake their parching thirst drank water mingled with gore. In their wretched plight they were forced to drink what they thought was the blood they had poured from their own wounds.

Here King Theodorid, while riding by to encourage his army, was thrown from his horse and trampled under foot by his own men, thus ending his days at a ripe old age. But others say he was slain by the spear of Andag of the host of the Ostrogoths, who were then under the sway of Attila. This was what the soothsayers had told to Attila in prophecy, though he understood it of Aëtius. Then the Visigoths, separating from the Alani, fell upon the horde of the Huns and nearly slew Attila. But he prudently took flight and straightway shut himself and his companions within the barriers of the camp, which he had fortified with wagons. A frail defence indeed; yet there they sought refuge for their lives, whom but a little while before no walls of earth could withstand. But Thorismud, the son of King Theodorid, who with Aëtius had seized the hill and repulsed the enemy from the higher ground, came unwittingly to the wagons of the enemy in the darkness of night, thinking he had reached his own lines. As he was fighting bravely, someone wounded him in the head and dragged him from his horse. Then he was rescued by the watchful care of his followers and withdrew from the fierce conflict. Aëtius also became separated from his men in the confusion of night and wandered about in the midst of the enemy. Fearing disaster had happened, he went about in search of the Goths. At last he reached the camp of his allies and passed the remainder of the night in the protection of their shields.

At dawn on the following day, when the Romans saw the fields were piled high with bodies and that the Huns did not venture forth, they thought the victory was theirs, but knew that Attila would not flee from the battle unless overwhelmed by a great disaster. Yet he did nothing cowardly, like one that is overcome, but with clash of arms sounded the trumpets and threatened an attack. He was like a lion pierced by hunting spears, who paces to and fro before the mouth of his den and dares not spring, but ceases not to terrify the neighborhood by his roaring. Even so this warlike king at bay terrified his conquerors. Therefore the Goths and Romans assembled and considered what to do with the vanquished Attila. They determined to wear him out by a siege, because he had no supply of provisions and was hindered from approaching by a shower of arrows from the bowmen placed within the confines of the Roman camp. But it was said that the king remained supremely brave even in this extremity and had heaped up a funeral pyre of horse trappings, so that if the enemy should attack him, he was determined to cast himself into the flames, that none might have the joy of wounding him and that the lord of so many races might not fall into the hands of his foes.

Now during these delays in the siege, the Visigoths sought their king and the king's sons their father, wondering at his absence when success had been attained. When, after a long search, they found him where the dead lay thickest, as happens with brave men, they honored him with songs and bore him away in the sight of the enemy. You might have seen bands of Goths shouting with dissonant cries and paying the honors of death while the battle still raged. Tears were shed, but such as they were accustomed to devote to brave men. It was death indeed, but the Huns are witness that it was a glorious one. It was a death whereby one might well suppose the pride of the enemy would be lowered, when they beheld the body of so great a king borne forth with fitting honors. And so the Goths, still continuing the rites due to Theodorid, bore forth the royal majesty with sounding arms, and valiant Thorismud, as befitted a son, honored the glorious spirit of his dear father by following his remains.

When this was done, Thorismud was eager to take vengeance for his father's death on the remaining Huns, being moved to this both by the pain of bereavement and the impulse of that valor for which he was noted. Yet he consulted with the Patrician Aëtius (for he was an older man and of more mature wisdom) with regard to what he ought to do next. But Aëtius feared that if the Huns were totally destroyed by the Goths, the Roman Empire would be overwhelmed, and urgently advised him to return to his own dominions to take up the rule which his father had left. Otherwise his brothers might seize their father's possessions and obtain the power over the Visigoths. In this case Thorismud would have to fight fiercely and, what is worse, disastrously with his own countrymen. Thorismud accepted the advice without perceiving its double meaning, but followed it with an eye toward his own advantage. So he left the Huns and returned to Gaul. Thus while human frailty rushes into suspicion, it often loses an opportunity of doing great things.

In this most famous war of the bravest tribes, one hundred and sixty five thousand are said to have been slain on both sides, leaving out of account fifteen thousand of the Gepidae and Franks, who met each other the night before the general engagement and fell by wounds mutually received, the Franks fighting for the Romans and the Gepidae for the Huns.

Um's Dir (und allen) einfacher zu machen!:)

Bei den Römern sind die iWbO/iBdI ja Franks, Burgundians and Armoricans (und die iBdIiAxS Rugians, Turcilingi and similar foederate foot), bei den Hunnen die iWbO/iWbS Frankish or Rugian subjects und Burgundian or Thuringian subjects (und die iKnF und iPsS/iPsI Sciri or Herul subjects), da wär' schon alles da, was man so vermuten mag.

Und wenn Jordanes eine Einzelheit über "Truppengattungen" verrät, dann ja wohl, dass zumindest die westgotischen Anführer beritten sind … (ja, und OK, dass es römische Bogenschützen gibt).
Was ist der Krieg? Ein barbarisches Handwerk, dessen ganze Kunst darin besteht, an einem bestimmten Ort stärker zu sein.
Napoléon I. (1769-1821)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Leosthenes« (24.02.2009, 18:40)


30

24.02.2009, 19:30

Lt. meiner Info ...

... hatten die Gepiden (ich weiß seltsam!) wie auch die Burgunder und Franken keinerlei auf Seiten der Hunnen nur Infanterie dabei ...
Nur die Hunnen und die Ostgoten hatten Reiterei.

... hatten die Römer, Franken und Burgunder der Gegenseite nur Infanterie
Nur die Westgoten und die Alanen hatten Reiterei ...

Ob das stimmt/schlüssig ist?


woher hast Du das?

Mal nur dass, was im Internet steht (wo - auch - immer- die -das- hernehmen...)

Die Gepiden werden eigentlich gar nicht beschrieben, ausser das es Gepiden sind (ich dachte die seine alle wb oder kn (f), dass die irre viel Bw (i) haben dürfen überascht mich.

Tja, man weiss halt fast nichts über die Gepiden. Das ist halt eine gotische Stammesgruppe, immer wieder assoziiert mit den Greuthungi/Austrogothi (die Goten sind - nach der von Jordanes transportierten Legende - aus ihrer Urheimat in drei Schiffen aufgebrochen; eins blieb auf der Fahrt zurück, dies wurden die Gepiden)
Jordanes schreibt über die Schlacht am Nedao: Nam ibi admirandum reor fuisse spectaculum, ubi cernere erat contis pugnantem Gothum, ense furentem Gepidam, in vulnere suo Rugum tela frangentem, Swavum pede, Hunnum sagitta praesumere, Alanum gravi, Erulum levi armatura aciem struere. (For then, I think, must have occurred a most remarkable spectacle, where one might see the Goths fighting with pikes, the Gepidae raging with the sword, the Rugi breaking off the spears in their own wounds, the Suavi fighting on foot, the Huns with bows, the Alani drawing up a battle-line of heavy-armed and the Heruli of light-armed warriors.)
Die englische Übersetzung ist mal wieder Schrott (die Goten kämpfen mit Lanzen, nicht mit Piken!), aber das Kennzeichen der Schwaben ist, dass sie zu Fuss kämpfen - offensichtlich doch im Unterschied zu den anderen.
Das muss nicht mehr bedeuten, als dass die, auf die es ankommt (halt die besseren Leute) aufgesessen gekämpft haben, aber alles was wir je über Ostgoten und ähnliche hörten, seit dem dritten Jahrhundert, weist erhebliche Anteile an Reitern bei denen aus.
(Heruler sind doch wohl auch eine gotische Stammesgruppe, und auch die Rugier stehen denen zumindest sehr nahe, gehen ja dann auch wieder in den Ostgoten auf.)
Was ist der Krieg? Ein barbarisches Handwerk, dessen ganze Kunst darin besteht, an einem bestimmten Ort stärker zu sein.
Napoléon I. (1769-1821)

31

24.02.2009, 20:10

...Um's Dir (und allen) einfacher zu machen!:) ...


:) ^^ Danke ! (meine Frau fragte gerade, warum ich laut lachte ...)

... Bei den Römern sind die iWbO/iBdI ja Franks, Burgundians and Armoricans (und die iBdIiAxS Rugians, Turcilingi and similar foederate foot), bei den Hunnen die iWbO/iWbS Frankish or Rugian subjects und Burgundian or Thuringian subjects (und die iKnF und iPsS/iPsI Sciri or Herul subjects), da wär' schon alles da, was man so vermuten mag. ...


:S Daran habe ich gar nicht gedacht ... Das ist natürlich korrekt und damit nehme ich meine Behauptung mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück ...

Danke & Gruß additz
DVfHS - Deutscher Verein für Historische Simulation - DVfHS

Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. - Der muss auch mit jedem Arsch klar kommen !
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DBMM - Might & Reason, Die Kriegskunst - PBI - ...

32

24.02.2009, 22:17

RE: ahhhh

neben anderen kommt eine der auf fanaticus hinterlegten Quellen,nämlich
http://www.wargames.co.uk/Library/ArticlesH/Chalons.html
zu dem interessanten Schluss, dass Aetius ein double envelopement geplant hat.

Generalmajor John Frederick Charles Fuller (1878-1966), der Planer der Schlacht von Cambrai (1917-11-20) und des Plan 1919, Stratege, Militärtheoretiker und Historiker, hat wahrscheinlich einen anderen Zugang zu einem Schlachtbericht als der gewöhnliche Althistoriker oder klassische Philologe…
Was ist der Krieg? Ein barbarisches Handwerk, dessen ganze Kunst darin besteht, an einem bestimmten Ort stärker zu sein.
Napoléon I. (1769-1821)

33

25.02.2009, 09:46

fusstruppen

ja, der deutsche Wikipedia Eintrag...

wie schon geschrieben, halte ich den für Schrott.

Der hat grade mal 4 Zitationen und alles auch wieder nur Sekundär.

Die einzige "primär" Quelle (Jordanes) sagt nicht, wer da zu Fuss ist und wer zu Pferd (ausser, dass die Anführer der Westgoten offenbar beritten sind, vermutlich doch nicht so ganz alleine...).

Die englische Wikipedia ist weit besser mit Quellenbelegen durchsetzt und es gibt andere Tertiärquellen, die ausdrücklich von Römischen berittenen Gegenattacken berichten (wobei das genauso spekulativ ist,
wie die Behauptungen auf der deutschen Wikipedia).

Römische Truppen in diesem Jahrhundert ohne Reiter erscheinen mir auch ziemlich absurd! Die waren schließlich grade in einer langwelligen Transformation hin zu mehr Reitern und weniger Fussvolk, entsprechend den Bedürfnissen des zerfallenden Reichs.

Aber es bleibt dabei, es gibt überhaupt keine verlässlichen Primärquellen, es gibt überhaupt nur sehr wenige Primärquellen, alles andere in der Sekundärliteratur ist aus Analogien hunderte Jahre drumrum gesaugt und teilweise ziemlich abstrus, da kann man aus meiner Sicht wirklich besser die in Frage kommenden Armeelisten nehmen (hinter denen wenigstens etwas für uns passender research liegt), und was hübsches bauen, statt weiter Zeit mit dem Versuch der Rekonstruktion zu vertun.


T.


... Die Gepiden werden eigentlich gar nicht beschrieben, ausser das es Gepiden sind (ich dachte die seine alle wb oder kn (f), dass die irre viel Bw (i) haben dürfen überascht mich. ...


Naja ... die Gepidenliste erlaubt 15-36 Bw oder Ps WENN Infanterie aufgestellt wird ... (wie Leostehnes ja schon erwähnt hat)

Schau mal hier ...

Da steht unter Die beiden Heere:

... Die Hunnen waren, wie üblich, beritten und mit Speer, Keule und Seilschlinge bewaffnet sowie mit ihrer wichtigsten Waffe, dem speziell gefertigten Reiterbogen. Rüstung wurde in der Regel keine getragen, lediglich ein kleiner runder Lederschild wurde zur Verteidigung benutzt. Anders war es bei den germanischen Vasallen. Außer den Ostgoten, von deren Kontingent etwa ein Drittel aus Reitern bestand, waren alle Fußsoldaten. ...

...

Aetius' Heer bestand etwa je zur Hälfte aus seinen römischen, fränkischen und burgundischen Kämpfern auf der einen, sowie den westgotischen Kriegern auf der anderen Seite. Dazu kamen einige Tausend Alanen. Römer, Franken und Burgunder bildeten nur Infanterie.

Gruss additz
- DVfhS - Deutscher Verein für historische Simulation

www.dvfhs.de

...as falls Wichita, so falls Wichita Falls...

34

25.02.2009, 22:18

und teilweise ziemlich abstrus


Dem stimme ich gnadenlos zu.

Da wird vor sich hergeplappert, was wohl als Beipackzettel bei irgend welchen Computerspielen beipacken mag.

z. B. es werden minutiös Bewaffnungen aufgezählt. Sehe ich so noch nicht einmal in der Sekundärliteratur.

Überhaupt - das "Breitschwert" (auch da fährt die deutsche Wikipedia eine Definition auf) kenne ich auch aus der einschlägigen Literatur gar nicht - siehe auch, dass die Wiki-Erläuterung eine Übersetzung vom englischen unterstellt, dann aber im Begriff definiert abweicht.

s.a. "Langschwert" - lächerlich mit direkten Widersprüchen im Text, mitunter in wenigen Zeilen Abstand von einander.

.....................
J.F.C. Fuller* - hiermit empfohlen "The Decisive Battles of the Western World", mit Abstrichen sein "Alexander" und sein "Julius Caesar". Da behandelt er mir Alexander zu mild und heldengläubig, Gaius Iulius etwas zu streng.

Ariovist

* nach dem ich das hier eingeworfen habe, kommt Ihr eigentlich mit Amazon oder Google weiter - oder wartet ab, bis Leosthenes der Geduldsfaden reisst! :D

35

25.02.2009, 23:06

...Dem stimme ich gnadenlos zu

Da wird vor sich hergeplappert, was wohl als Beipackzettel bei irgend welchen Computerspielen beipacken mag. ...


Meeeeinn Gott :rolleyes: - keiner hat behauptet, dass Wikipedia den Anspruch auf wissenschaftlich fundierte und penibel recherchierte Artikel erheben kann -
es war ein erster Ansatz (für mich) auch um hier die Diskussion in's Rollen zu bringen ...

Nicht jeder hat die Zeit (oder Muße) sich tief in die Materie hinein zu wühlen, um dann doch von anderen (im Zweifel immer noch beleseneren) korrigiert und ggfs. verbal gevierteilt zu werden ...
Ich weiß nun mal, dass hier viele erheblich mehr Ahnung (auch was das Aufspüren von Quellen angeht) haben ... und davon würde ich gerne profitieren ...

... nach dem ich das hier eingeworfen habe, kommt Ihr eigentlich mit Amazon oder Google weiter - oder wartet ab, bis Leosthenes der Geduldsfaden reisst! :D


Danke für den Tipp - die Strategie, auf Leosthenes ausdünnenden Faden scheint mir auch vielversprechend zu sein (auch weil ich vermute, dass ihm solche Dinge Spaß machen !?) :D

Gruß additz
DVfHS - Deutscher Verein für Historische Simulation - DVfHS

Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. - Der muss auch mit jedem Arsch klar kommen !
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36

26.02.2009, 01:31

...Dem stimme ich gnadenlos zu

Da wird vor sich hergeplappert, was wohl als Beipackzettel bei irgend welchen Computerspielen beipacken mag. ...


Meeeeinn Gott :rolleyes: - keiner hat behauptet, dass Wikipedia den Anspruch auf wissenschaftlich fundierte und penibel recherchierte Artikel erheben kann -
es war ein erster Ansatz (für mich) auch um hier die Diskussion in's Rollen zu bringen ...

Naja, ich würde sagen, die Qualität von Wikipedia-Beiträgen ist sehr unterschiedlich, manche sind außerordentlich ordentlich, andere dagegen …
Den deutschen Artikel zu dieser Schlacht würde ich eher bei den weniger guten einstufen ;) (und insofern lehman und dem alten Sweben ausdrücklich recht geben, auch wenn ich dazu neige, mich öffentlich weniger drastisch zu äußern als die beiden :)).

Im Grunde hat lehman ja recht: Jordanes liefert eigentlich nur eine grobe Übersicht von Teilnehmern - was man aus sonstigen Quellen kennt, kann man natürlich zum Ergänzen insbesondere der hunnischen Seite verwenden. Die DBMM-Armeelisten sind ja - gerade auch bei so einer Epoche/Region, wo viel geschrieben und gelesen wurde - schon ziemlich solide. Jim Webster (und ich) haben zwar in der Diskussion dafür geworben, dem modernen Erkenntnisstand, dass man nicht viel weiss und wenig Anhalt für große Unterschiede besteht, dadurch Rechnung zu tragen, dass man im Zweifel alle Germanenlisten für's dritte bis fünfte Jahrhundert in einer zusammenfasst ("Are we too fussy in the detail we lay down for our 'Germanic' army lists for the third to fifth century, creating difference where in reality there was none? Could we get away with one 'later German' list to match the Early German list, II/47 … What I am wondering about is whether, for example, Frankish warriors deserved to be Wb(S) whereas Saxon are only Wb(O), did no Old Saxon ever plash a wood edge?
Have we created difference as a result of us wanting more, different, armies?"), aber PB war letztlich nicht bereit, das Inhaltsverzeichnis zu ändern.
(Da sind ja z.B. Turcilingi in II/72 und Thuringian in II/73, manche Gelehrte halten die aber für ein und dieselben Leute. Die Bavarii sind irgendwann aus den Alemannen/Sweben hervorgegangen, die einen finden sich aber in II/72, die anderen in II/73. Die Heruler (in II/67) enthielten doch offensichtlich sarmatisch-alanische Elemente. Dexippos attestiert den Juthungen (Alemannen) in Italien in 270 ein Drittel Reiter, Victor nennt sie ein zahlreiches Volk, das wunderbar zu Pferde kämpft. Eine II/72-Liste muss aber mindestens 40 Wb (oder Bw/Ps) haben, und hat höchstens 11 germanische Reiter - einschließlich der Generale. Die Quaden werden seit dem 2.Jh. als ununterscheidbar von den Sarmaten beschrieben, haben aber - aus Liste II/72 - auch nur diese 11 Reiter und jede Menge Fußgänger. Usw.)
Meine Späte Germanen-Liste hätte vermutlich so ausgesehen:
Cavalry - Up to ¼ Irr Kn (F), remainder Irr Cv (O) @ 7AP
Foot warriors - Up to ¼ Irr Wb (S) @ 5 AP, remainder Irr Wb (O) @ 3AP
Skirmishers - Up to ¼ Irr Ps (S) @ 3AP, up to ¾ Irr Ps (I) @ 1AP, remainder Irr Ps (O) @ 2AP or Irr Bw (I) @ 3AP
Plashing or abatis within wood - TF @ 2AP
Boats - Irr Bts (O) @ 2AP [Wb, Ps, Bw] or Irr Bts (S) @ 3AP [Wb, Ps]
Camp - Irr Bge (O) @ 2AP, or loaded wagons or flocks and herds - Irr Bge (I) @ 1AP 0-2 per general
Wagon laager to protect camp - TF @ 1AP 0, or 1-2 per Bge (O)

Natürlich plus Generalen und seitenweisen Verbündeten zu diversen Zeitpunkten… und Zahlen hätte es natürlich bedurft :)

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Hat Ariovist nicht nur die Spur zu JFC Fuller gemeint (den lehman ja schon in die Diskussion eingeführt hatte)? Das Kapitel zu dieser Schlacht ist ja online (wie lehman geschrieben hat):Fuller zu Katalaunischen Feldern
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37

25.01.2010, 22:40

Gibt es hinter einem der vielen Links hier eine Karte vom Schalchtfeld?
Gruss Christof

38

25.01.2010, 22:49

Das ist eine Karte - da man nicht so genau weiss, wo die Schlacht nun wirklich war, ist das alles ziemlich spekulativ … (der Link war auch schon in meinem zweiten Beitrag
Was ist der Krieg? Ein barbarisches Handwerk, dessen ganze Kunst darin besteht, an einem bestimmten Ort stärker zu sein.
Napoléon I. (1769-1821)

39

25.01.2010, 23:36

Ja, ich geb es ja zu -ich war faul 8)

40

26.01.2010, 18:16

Hm ... auf der Karte fehlt die erwähnte Sumpflandschaft und auch der Hügel wird woanders als ein großer beschrieben ...

Gruß additz
DVfHS - Deutscher Verein für Historische Simulation - DVfHS

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