DVfHS - Deutscher Verein für Historische Simulation - DVfHS Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Christof« (18.12.2009, 14:31)
Fortbewegungsmittel ja. Kriegstauglich: nein. Es kommt ja auch niemand auf die Idee, einen Rollstuhl oder Leiterwagen als Kriegsgert in Listen aufzunehmen. Der Fund ist von 2600 v. Chr. und aus dem Dijala-Gebiet, also Eschnunna, Tutub und Umgebung. Dort und im gesamten Sumer bzw. dem spteren Akkad war der Straenbau so gut wie nicht vorhanden. Er bechrnkte sich auf die Stadt und die wichtigste und nheste Umgebung derselben. Alle weiteren und vor allem weiterfhrenden Transporte wurden, auch in Kriegszeiten, per Schiff und Boot abgehandelt. Der dargestellte Wagen ist meiner Ansicht nach, fr reprsentative Umfahrten/Umzge innerhalb der Stadt oder ihrer engeren Umgebung gedacht, nicht fr Kriegszwecke. Wie sollte der Mann auch kmpfen? Er muss vier Onager bndigen und immer sehen, da sein schwankendes Gefhrt nicht umkippt!
Zitat
Of the two types of 2-wheelers illustrated at this time - the "straddle car" and the "platform car" - only the first, in which the driver is astraddle sitting or standing, might be considered a possible candidate for military use, since it is often equipped with a sheath of javelins. … Despite its armament, it is never shown in an explicitly military context and, since it cannot properly accomodate a crew of two - driver and warrior -, these arms could as well suggest hunting use, for which it would be more appropriate.
Und dennoch, wenn ich mir vorstelle, dass diese 4 Ochsen auf mich zukämen, da hätte ich als alter Sumerer schon Respekt bekommen, egal ob da hinten noch einer draufsitzt und kämpft oder nur versucht, nicht runterzufallen
Das Ding fährt nirgendwo hin, das mehr als zweihundert Meter von der Stadtmauer entfernt ist! …
Diese vereinzelte Votivgabe als ein kriegstaugliches Instrument zu interpretieren ist mehr als gewagt.
werden ja die Vierscheibenradwagen dargestellt, und das auch nur eine Prozession, oder sind die damit Deiner Meinung nach doch in den Krieg gezogen? Weil die Wegverhältnisse für die Zweiachser vermutlich nicht besser waren als für die Einachser …
Zitat von »'Hartmut Schmökel. Kulturgeschichte des Alten Orient. Augsburg 1995.«
Wo der Landweg unvermeidbar war, folgte er dem gangbaren Gelände und war vielleicht von gröbsten Hindernissen gereinigt und durch Wegezeichen markiert. An den zahlreichen Flußüberquerungen standen, wo eine Durchfurtung nicht anging, Fähren zur Verfügung. … Schwerflällige esel- oder ochsenbespannte Karren trugen Ware, Proviant und Ausrüstung, weitaus häufiger aber wurden Esel (und später wohl Maultiere) als Tragtiere benutzt. Auch im Zweistromlande selbst gab es außerhalb der Stadt kaum Straßen, deren Benützung mindestens in Babylonien ohnedies durch die ständig zu überquerenden Wasserläufe jeder Breite nur auf kurze Strecken möglich war; die zwei- und vierrädrigen Karren, die wir durch Tonmodelle aus Tepe Gawra schon für die Dschemdet Nasr-Zeit bezeugt finden, folgten, wie später die leichteren pferdebespannten Wagen, einfach den Spuren der früheren Benutzer.