Von DBA nach DBM

  • Ein Artikel der Vorschläge macht, wie man einzelne DBA-Armeen schrittweise zu DBM-Armeen aufrüsten kann.
    Mit freundlicher
    Genehmigung von "Deutschlands Tabletop-Stunde Null Spieler Ariovist"
    stellen wir hier einen von ihm verfassten Artikel ein, der Vorschläge macht, wie man aus einzelnen DBA-Armeen schrittweise eine DBM-Armee aufrüsten kann.



    Und nun viel Spaß beim Lesen:


    Vorschläge zur Entwicklung von „Matching Pairs“ bis hin zur ersten DBM-Armee


    Unter Tabletopspielern spricht man von „Matching Pairs“, wenn zwei gegnerische Armee folgende Grundvoraussetzungen erfüllen:

    - historische Paarung (vorzugsweise sofort wiederzuerkennen)

    - auch auf Dauer bei Gegenüberstellung der Gegner Chancen für beide


    Dies engt die Liste schon etwas ein, aber im Folgenden werde ich darüber hinaus noch weitere Kriterien berücksichtigen.

    - vorzugsweise unterschiedliche taktische Mittel der Armeen

    - die beteiligten Armeen treten auch als Verbündete von einander auf

    - damit mit das Zusammenführen beider zu einer größeren DBM Armee möglich

    - gutes Aussehen schadet nicht!




    Hierbei ist der Zwischenschritt einer DBM200 Armee durchaus berücksichtigt und nicht unerwünscht. Die Methode soll es Anfängern in DBM erleichtern, schneller zu einer
    spielbereiten Armee zu kommen, und den Spielspass gleich zu Beginn
    erhöhen. Die überaus hilfreiche Fanaticus Homepage bietet unter ihren zahllosen Resourcen auch eine Liste von Matching Pairs.



    Diese werden wir im Folgenden redigieren:



    Jedes Kind kennt Samson oder die Geschichten von Saul und König David:


    Early Hebrew (13) gegen Philistines (15a) [biblische Kriege]

    Ist aber auch bekannt, dass David selbst als Söldner für die Philister gekämpft hat und Philister als Schocktruppen von den Königen Israels verwendet wurden?



    Later Hebrew

    Die Philister sehen spektakulär aus – auf Dauer werden ihnen die Hebräer kaum widerstehen können. Aber „bekannt aus Film, Funk und Fernsehen“ sind die Ägypter des Neuen Reiches eine farbenprächtige Ergänzung.

    Ein würdiger Gegner, der Seevölker und Wüstensöhne auch als Söldner verwenden kann.



    Neues Königreich Ägypten



    Wer es etwas dekadenter mag: die Kanaaniter haben ihre eigene Armeeliste und passen bestimmt sehr gut in das Dreieck zu den Philistern und Hebräern, ja auch zu Ägypten. Streitwagen sehen immer spektakulär aus, die unterstützenden Fusstruppen sind recht attraktiv. Warnung: nicht jeder mag es, die mehrteiligen Gespanne zusammenzusetzen. Für diese Paarung braucht man nicht die Gedächtnisstütze durch die neuesten Filme.

    Marathon, Thermopylen und Salamis kennt jeder Interessierte. Platäa, den Landsieg der Griechen auch?



    Early Hoplite Greeks (24a) gegen Early Achaemenid Persians (28)


    Diese Paar erfüllt alle Voraussetzungen – und zahlreiche Griechen waren als Söldner oder Verbündete auf Seiten der Perser, so dass die Armeen auch zusammengeführt werden können. Dies gilt auch für die Fortschreibung dieser Armeen, hier finden wir sogar eine Triade vor:


    Later Hoplite Greeks (32) gegen Later Hoplite Greeks (32) [Peloponesier Krieg Sparta gegen Athen]

    Alexandrian Macedonian (36) gegen Later Achaemenid Persian (33) [Alexanders Eroberungsfeldzüge]




    Bevor sein Vater gegen Persien aufbrechen wollte, musste er sich erst die griechischen Stadtstaaten gefügig machen. Beim Feldzug Alexanders nach Osten stehen griechische Söldner ebenso in seinen Reihen wie in denen der Perser. Die Späten Achämeniden sollte man nicht leichtfertig abtun, unter DBM ist die Armee gross und vielseitig. Zwar mangelt es an der Wucht der Makedonen, aber sie sind zäher als man zuerst glaubt. Eine Kombination, die auf der Fanaticusseite
    übersehen wurde:



    Alexanders Makedonen und Inder!

    Dieser neue Gegner ist farbenfroh, leistungsfähig und nicht nur
    dass er als Gegner und Verbündeter der Makedonen allein auftreten kann,
    die Verbindung beider Armeen kann in zwei weitere schlagkräftige DBM-Armeen münden: Gräko-Baktrer oder Gräko-Inder. Die nächsten Armeen brauchen kaum eine besondere Vorstellung:



    Camillan Roman (46a) gegen Pyrrhic (43) [Griechische Kolonnien in Italien, die Siege des Pyrrhus, die Eroberung Süditaliens durch die Römer]

    Later Carthaginian (31b) gegen Polybian Roman (46b) [Die punischen Kriege: Hannibal]



    Von Hannibal oder Pyrrhos hat jeder einmal schon gehört, die römischen Befehlshaber mögen unbekannter sein, bekannt ist aber das Rom unzweifelhaft gewonnen hat!



    Polybian Romans



    Diese Triade – einzelne Truppentypen tauchen in mehreren Armeen auf – kann noch sinnvoll durch Syrakus ergänzt werden. Der griechische Stadtstaat auf Sizilien war tief in die Kämpfe der
    umliegenden Großmächte verstrickt – und selbst nicht gerade wehrlos
    oder arglos.



    Syracuse



    Überhaupt – Karthago! Eine der beliebtesten Tabletoparmeen überhaupt gibt es noch einen weiternen Aspekt, sie als Anfangsprojekt in’s Auge zu fassen. Hannibals Truppen setzen sich als vielen kleineren Kontingenten aus
    jenen Völkerschaften zusammen, die sich Roms Vorherrschaft widersetzen. Das bedeutet aber für Spieler nicht zuletzt, dass sie eine karthagische
    Armee aufbauen können, in der Zwischenzeit aber die einzelnen
    Kontingente als DBA-Armeen mit- und gegen einander spielen lassen
    können. Neben griechischen Söldner (u. a. als Syrakus)
    stehen Gallier als eigene Armee gegen Hannibal oder gegen Rom,
    bekämpfen Spanier und Numider beide Großmächte und dienen als Söldner
    oder Verbündete in beiden Reihen. Ein interessanter Ansatz, wenn man
    spielen will, bevor die erste große Armee fertig bemalt ist.



    Galatians



    Ancient Spanish (mein Geheimtip – als Ax oder Wb)



    Numidians and Moorish




    Von den Galliern mal abgesehen, sind die
    einzelnen Kontingente in einer karthagischen Armee zum Beispiel klein
    genug, um von einer DBA-Armee hinreichend abgedeckt zu werden. Wer von den Filmen "Hero" oder "Der Kaiser und sein Attentäter" oder dem PC Spiel "Der erste Kaiser Chinas" angetan war, sollte Warring States Chinese mit verbündeten/verfeindeten Armeen
    ebenso in’s Auge fassen, wie die Möglichkeit mit Han-Chinesen den
    Steppenreitern der Hsiungnu nicht nur als Feind, sondern auch als
    Arbeitsgeber entgegenzutreten.



    Warring States / Chao Chinese



    Attila's Huns (in Ostasien natürlich ohne Germanen!) Ähnliches gilt natürlich auch für spätere chinesische Dynastien:



    Northern Dynasty Chinese

    Han Chinese


    Von Caesars Feldzügen nördlich der Alpen hat man hierzulande bestimmt gelesen. Auch davon dass sich Germanen und Gallier nicht nur oft bekämpft, aber mitunter auch verbündet haben? Dass Germanen und Gallier auch in römischem Sold kämpften?



    Marian Romans


    Nicht zuletzt sollte man sich erinnern, dass die
    Kimbern und Teutonen – wahrscheinlich mit gallischer Hilfe – Furcht und
    Schrecken unter den Römern verbreiteten.



    Marco Campagnas Gauls



    Marco Campagnas Germans

    Auch die Frühen Kaiserlichen Römer können gegen Germanen kämpfen oder diese als Verbündete in den Dienst stellen.



    Early Imperial Romans


    Überhaupt könnten sich fast jede römische Armee
    nach Marius mit den Armeniern verbünden, um an der Ostgrenze gegen die
    Perser zu kämpfen. Die Armenier stellen hierbei gefragtes leichtes
    Fußvolk, leichte Reiter und nicht zuletzt auch Panzerreiter, die sich
    als römische Verbündete gut machen. Als Gegner jagen sie den Römern
    einen Schrecken ein.



    Early Armenians



    Damit kommen wir zu einer interessanten Epoche
    des römischen Reiches, die in der allgemeinen Geschichtsdarstellung
    eher verächtlich behandelte Zeit nach 200 unserer Zeitrechnung.Die römische Armee durchläuft in ihren zahllosen
    Bürgerkriegen einige Reformen, zumal sie nun häufiger gegen Gegner
    kämpfen muss, die mehr Reiterei und/oder Bogenschützen einsetzen als
    die früheren:



    Middle Imperial Romans


    Die Armenier sind noch immer hilfreich, die
    Parther oder später die Sassaniden zu bekämpfen – treten aber auf deren
    Seite auch als Gegner der Römer auf. Daneben gibt es als interessanten
    Gegner oder Verbündeten die Palmyrer.!



    Palmyran


    Als Vorboten der Völkerwanderungszeit erscheinen
    immer stärkere germanische Stammesverbände, die beginnen auch Rom in
    Feldschlachten Niederlagen beizubringen. Westgoten als Beispiel für Germanen „zu Fuss“, Ostgoten als solche hoch zu Ross seien genannt.



    Early Visigothic



    Old Saxon, Frisian, Bavarian, Thuringian, and Early Anglo-Saxon

    (Es gibt auch noch Wandalen, Franken, Burgunder und noch einige mehr!)



    Early Vandal






    Das römische Reich wird christlich, die Armee
    auch. Zunehmend treten Barbaren in die Armee ein, die Gangart an den
    Grenzen verhärtet sich. Dennoch ist diese Armee bei den Spieler sehr beliebt.



    Late Imperial Roman



    Mit zunehmende Verfall des Reiches werden vermehrt Söldner und Verbündete in Anspruch genommen, so dass die Chancen zur Bildung kombinierter Armeen steigen. Es sehen (wieder einmal) die Westgoten genannt, aber auch die Ostgoten und Hunnen tauchen auf.



    Huns


    In der Endphase des Reiches kommt neben Weltuntergangsstimmung auch der Eindruck auf, dass die Römer nur noch die Verwaltung der Armee stellen, die
    Drecksarbeit aber fremdländischen Söldnern oder Verbündeten überlassen. Das populäre Bild eines Arthurs in einem zerfallenden Britannien tritt vor Augen, zahlreiche barbarische Gegner stellen jetzt zumeist einen Großteil der eigenen Truppen.



    Patrician Roman (Meine erste DBM Armee, zusammen-gestellt aus verschiedenen Völkerwanderungsprojekten!)



    Auf dem Kontinent kämpfen Franken, Westgoten und Alanen auf den Katalaunischen Feldern gemeinsam mit den Römern. Schlacht auf den Katalaunischen Feldern (die Autoren haben zuviel am Computer gespielt, aber als grobe Übersicht…)



    Die Hauptgegner, die Hunnen, stellten davor und danach einen Gutteil der berittenen Kämpfer im Solde Roms. Die Armee Attilas hat wiederum einen sehr großen Anteil von Germanen in ihren Reihen!



    Attila the Hun



    Attila's Huns


    Auf britischen Inseln sieht es ähnlich aus, Iren,
    Scoti und Pikten, aber auch der Erzfeind, die Sachsen, finden sich
    häufig auch auf Seiten britischer Anführer auf dem Schlachtfeld wieder.



    Arthur



    Caledonian / Pict Army



    Scots-Irish



    Von den Kämpfen unter Belisar und Narses gegen die Ostgoten in Italien haben viele schon gelesen. Davon dass Teile der Goten und Langobarden auch innerhalb „byzantinischer Armeen“ gekämpft haben? Dass Araber auf beiden Seiten des grossen oströmischen-persischen Konfliktes gekämpft haben?



    Early Byzantines

    Arabs pre-Islamic



    Italian Ostrogoths



    Dass die Eroberungswelle des Islams nicht nur große Anleihen bei Kultur und Verwaltung der Perser machte, sondern Teile deren Armee in den Dienst des Propheten stellte?



    Arab Conquest



    Aus dem Englischunterricht sind die Kämpfe der Jahre 1066 bekannt. Aber
    auch, dass Wikinger und Angelsachsen nach Jahrhunderten der Kriege mit
    einer gemeinsamen Armee (unter dänischen Königen) England verteidigten?
    Die Liste heisst Anglo-Danish.



    AngloDanes


    Das diese Armee in das Heer der normannischen Sieger integriert wurde? Die Liste heißt Anglo-Norman.



    Anglo Norman



    Von den Kreuzzügen hat man zumindest im Zusammenhang mit Richard Löwenherz und Saladin gehört. Dass aber Byzantiner, die diversen Moslemstaaten
    und die Kreuzfahrer in fast jeder erdenklichen Kombination mit und
    gegeneinander gekämpft haben, wird darüber allzu leicht vergessen. Und von den Armeniern, Georgiern oder gar den Mongolen haben wir noch gar nicht gesprochen. Hier ist (fast) jede Kombination möglich gewesen!



    Mongol Conquest



    Later Crusader



    Cilician Armenian



    Early Crusaders



    Later Crusaders



    Order of Saint John






    Spanien und die Reconquista, El Cid? Das El Cid höchstpersönlich jahrelang als Söldner in den Diensten der Moslems stand, schlägt sich in den Listen nieder. Seite an Seite kämpften Moslems und Christen – gegen andere Moslems und Christen Seit’ an Seit’. Und Yussufs Berber mischen da auch noch mit… Die islamische Eroberungen wurden bis auf den
    indischen Subkontinent vorgetragen. Hier sind islamische Fürsten und
    Hindustaaten nicht nur Gegner, sonder auch mitunter Verbündete. Eine
    durchaus wirksame Mischung für das Spiel!



    Hindu Indians



    Rajputs



    Later Muslim Indian

    (Man mag diese Aufzählung durch Ghaznawiden oder Arab Indian ergänzen.) In Ostasien gibt es natürlich noch Gegnerschaft und Waffenbrüderschaft von diversen Völkern und Dynastien, man denke nur an Khitan Liao in den Armeen der Jürchen oder Mongolen, die Khmer und ihre Nachbarstaaten oder daran, dass die Mongolen viele ihrer unterworfenen Völkerschaften zum Kriegsdienst zwangen.


    Neben den oft zitierten Fanaticus-Seiten bietet auch Wikipedia (nicht zuletzt im englischsprachigen Teil) oft eine schnelle, kompakte Information!

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