Tauchgrundierung

  • Tauchen statt sprühen oder pinseln mit Dragoncolour.
    Vor einiger Zeit wurde ich auf eine neue Methode des Grundierens aufmerksam gemacht: Tauchen statt sprühen oder pinseln. Möglich macht uns dies die Firma DragonColour mit ihrem gleichnamigen Produkt.



    Mit Dragoncolour werden die Miniaturen, statt wie bisher üblich mit Sprühlack oder mit dem Pinsel zu Grundieren, einfach in den Lack eingetaucht. Sonst musste man zum Grundieren nach draußen gehen, zumindest beim sprühgrundieren da man sich sonst den ganzen Arbeitsbereich verunstaltet. Bei dieser Methode besteht nicht unbedingt die Gefahr, es sei den man stößt den Farbtopf um. Das einzige für das man sorgen sollte ist für einen gut gelüfteten Raum zu sorgen, da die Farbe etwas riecht, aber nicht mehr als es Enamel Farben auch tun.

    Wie funktioniert das nun?
    Wie die Überschrift schon verrät wird die Miniatur in die Farbe eingetaucht. Dazu muß vor Gebrauch die geschlossene Dose gut geschüttelt werden, damit sich die Pigmente gut verteilen. . Sollte trotz Schütteln ein festerer Bodensatz zurückbleiben, muss dieser vor dem ersten eintauchen mit einem Stab oder ähnlichem sorgfältig umgerührt werden. Nun nimmt man seine Miniatur und lässt diese vorsichtig in die Dose fallen. Heraus geholt wird sie entweder mit einer alten Pinzette oder wie ich es machte, mittels einer zu einem Haken „umgebauten“ Büroklammer. Der überschüssige Lack muss nun noch abtropfen, und dann stellt man am besten die Figur für ungefähr eine Stunde zur Seite. So lange dauert es in etwa bis die Lackschicht getrocknet ist.

    Die Lackschicht ist hauchdünn. Alle Oberflächenstrukturen bleiben nach dem Tauchen noch vollständig erhalten. Sollte die Lackschicht aber nicht den Wünschen entsprechen, so kann man die Miniatur aber nach 1 bis 2 Stunden noch einmal eintauchen. Meine Tests haben aber ergeben das ein einmaliges eintauchen völlig reicht.
    Geeignet ist DragonColor für Kunststoff- und Metallfiguren, allerdings nicht für Gebäudeteile der Firma Forge World.
    Den Grundierlack gibt es in zwei Farben, schwarz und silbern. Das schwarz trocknet „seiden matt“ , in etwas mit Humbrol 33 seiden matt zu vergleichen. Das silbern dient als Ersatz für weiße Grundierung, da weiß laut Hersteller nicht herstellbar ist. Die silberne Grundierung trocknet sehr schön leuchtend, erinnert an das gute polierte Silberbesteck. Eine sehr interessante Art der Grundierung, die zwar etwas Eingewöhnung beim Bemalen erfordert, aber nichts desto trotz gut ist.
    Ist der Lack einmal soweit verbraucht, dass die Figur nicht mehr ganz in den Lack eintaucht, kann man die Figur auch einfach in die Dose legen, diese gut verschließen und vorsichtig schütteln.

    Dragoncolour lässt sich auch einfach mit einem Pinsel auftragen, allerdings darf man nur Naturhaarpinsel zum Auftragen nehmen, da Kunsthaarpinsel durch die Lösungsmittel in der Farbe angelöst werden würden. Man darf Dragoncolour großzügig auftragen, den nach dem Trocknen bleibt eine gleichmäßige Lackschicht zurück.


    Die Vorteile:

    • Kein Sprühen mehr nötig
    • Keine unbehandelten Stellen die schwierig zu erreichen sind
    • Nur geringe Geruchsbelästigung
    • Sehr schnelle Methode



    Mein Fazit:
    Ich bin eigentlich ein Verfechter der Pinselmethode mit Humbrol 33 matt schwarz. Allerdings muss ich gestehen das ich von dieser Methode hier mit DragonColor sehr angetan bin. Es geht schnell, die Geruchsbelästigung hält sich in Grenzen (ähnlich der Humbrol Enamel Farben), und die Dosen sind sehr ergiebig und günstig (80 ml für 11,00€ was für viele Minis reicht). Im ersten Quartal des nächsten Jahres soll es auch Lacke in Gold und Messing geben. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

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