Polnische Konflikte im 15. Jahrhundert

  • Beschreibung polnischer Konflikte in den Jahren 1454 bis 1510.
    es handelt sich um die Übersetzung von Texten der unter dem link
    http://www.jasinski.co.uk/wojna/conflicts/conf01.htm
    zu findenden Seite, jedoch ohne die dort zu sehenden Bilder.
    1454 bis 1510
    1454-1466 Der 13-jährige Krieg
    1440 revoltierten die Adligen und Städte des Deutschen Ritterordens und gründeten die “Preussische Union” . Die reiche Stadt Torun (Thorn) führte diese Revolte an, gefolgt von Danzig, Elbing und Königsberg. Bald war nur noch der Hauptsitz des Ordens Malbork (Marienburg), Stum and Chojnice in der Hand des Ritterordens.Im Februar 1454 übernahm König Kazimierz Preussen in das polnische Königreich, verlieh den Einwohnern die gleichen Rechte wie den Polen. Man ging davon aus, das es keines großen Aufwandes bedurfte, den im Niedergang befindliche Ritterorden zu besiegen.

    Der König überschritt die Grenze und wurde von den Städten der Preussischen Union enthusiastisch begrüßt. Mit seiner kleinen Armee eroberte er die Stadt Stum und belagerte anschließend die beeindruckende Festung Marienburg. Chojnice verblieb dem Orden und stellte ein wichtiges strategisches Bindeglied zwischen Preussen und Deutschland dar. Der Orden verpflichtete daraufhin 8000 Söldner um diese wichtige Stadt zu retten. Angeführt von profisionellen Kommandeuren, waren diese Söldner mehr als eine Bedrohung für die kleine polnische Armee, so dass Kazimierz die Adligen-Miliez von Groß-Polen zu den Waffen rief. Diese Adligen rangen dem polnischen König zunächst erhebliche Rechte ab, bevor sie einwilligten, für ihn zu kämpfen. Danach rückten sie ohne die kleine reguläre Armee gegen den Ritterorden. Am 09. September 1454 traf diese 16.000 Mann starke, undisziplinierte Truppe auf 15.000 Mann des Deutschen Ritterordens und erlitten am 18.September 1454 bei Chojnice eine vernichtende Niederlage, bei welcher der polnische König nur mit Glück und großer Mühe der Gefangennahme durch den Deutschen Ritterorden entkam.
    Als diese Niederlage bekannt wurde, kehrten viele der Städte zum Deutschen Orden zurück, andere wankten. Das Adligen-Aufgebot von Polen war zu den Waffen gerufen worden und zeigte sich als ineffektives Werkzeug. Nun wurde sich bevorzugt auf , hauptsächlich tschechische, Söldner verlassen. Der Krieg entwickelte sich zu einer Art Kräftemessen zwischen profisionellen Söldnern. Die weitere polnische Beteiligung an dem Krieg, war hauptsächlich auf des Königs Sturheit und speziell auf die Interessen Danzigs, die Vormachtstellung der Deutschen Ritterordens zu brechen, zurückzuführen. Als Dänemark dem Ritterorden half, wurde eine kombinierte Dänische/Ordens Schwadron von der Danziger Flotte bei Bornholm 11456 besiegt.
    Marienburg wurde von dem Söldnerkommandeur der es halten sollte aufgegeben, während die Preussischen Lande verwüstet wurden.

    1462 wurde Danzig v. dem fähigen Kommandeur Piotr Dunin entsetzt, der mit 2000 Mann am 17.08. des Jahres bei Swiecino 2700 Mann des Ordens besiegte. Dies sollte den Wendepunkt darstellen.

    Am 15. September 1463 wurden die 44 Schiffe des Orden bei der Seeschlacht vor Elbing von 25 Schiffen der kombinierten Flotte von Danzig und Elbing besiegt, während Piotr Dunin die Stadt Gniew eroberte. Der Kommandeur der Söldner des Ordens stellte sich daraufhin neutral und ein Jahr später trat der Bischof von Warmia der Preussischen Union bei. Letztlich wurde 1466 Staragard und Chojnice von Piotr Dunin erobert andere Einheiten befreiten Pommern vom Gegner. Der Ritterorden musste kapitulieren und im Frieden von Thorn (19. Oktober 1466) verlor der Orden seine Unabhängigkeit, der Hochmeister des Ordens wurde zum Vasall des polnischen Königs mit Ostpreussen als Lehen ( Herzogtum Preussen). Nach einem Jahrhundert der Fremdherrschaft war Pommern wieder polnisch.


    1497 Die Turkisch-Moldavische Expedition1484 eroberte das Ottomanische Imperium von Stephan dem Großen von Moldavien zwei strategisch wichtige Häfen; Kilia an der Mündung der Donau, und Akkerman an der Mündung des Dnjestr und erreichte so die Grenzen von Polen und Litauen. Die Krimtartaren kamen unter türkische Kontrolle und wurden zu einer Plage für die Ruthenischen Grenzländer von Polen und Litauen1497 organisierte der neue König eine große Expedition zum Schwarzen Meer. Seine Intension war, Akkermann und Killia von den Türken zurück zu erobern. Für dieses Unternehmen wurden 40.000 Mann und 200 Kannonen, inklusive 2 schwerer Mörser, aufgeboten. Jedoch antwortete Moldawien nun, und obwohl der König von seinen militärischen Ratgebern gewarnt wurde, lediglich die Grenzstadt Chocim zu erobern, wollte der König trotzdem auch die Türken angreifen. Er wandte sich zuerst Stephan von Moldawien zu, um seine Flanke zu schützen und belagerte die Moldawische Hauptstadt , Suczawa. Die Belagerung war nicht erfolgreich ( zumindest zum Teil wegen der Intervention Ungarns) und so wurde ein Friedenvertrag vereinbart, die Polen zu einem unrühmlichen Rückzug zwang. Trotz des Vertrages attackierten Moldawische Truppen, verstärkt durch türkische Einheiten die Polen bei Kozmin in Bokoyina, jedoch mit nicht sehr großen Verlusten für die Polen.und besiegten sie. Ohne die Anstrengungen der Königlichen Garde und der späteren Hilfe Litauens beim Übergang über den Fluss Prut, hätte die Situation allerdings weit schlimmer ausgesehen.
    Und obwohl die Niederlage nicht sehr schlimm und der Friede einigermaßen ehrenvoll war, dedeutete dieser Ausgang, das tartarische und türkische Invasionen dramatisch zunahmen. 1498 musste Polen zwei Attacken der Ottomanen und einen kleineren Tartaren Einfall hinnehmen. Zwei große Tartaren Einfälle ereigneten sich 1500 und 1501, bevor ein Friede mit Bajezet dem II. geschlossen wurde.

    1500-1503 Krieg mit den Moskovitern


    Im Jahr 1500 opperierte Ivan III. entlang der Litauischen Grenzgebiete, eroberte dabei gewaltige Teile der Ruthenischen Gebiete und zerstörte lokale litauische Armeen sowie Hilfstruppen des Deutschen Ritterordens. Die Litauer, alliiert mit dem Livländischen Ordensmeister des Deutschen OrdensI und den Wolga Tartaren konnten zwar einige Erfolge erzielen, waren aber nicht in der Lage, die verlorenen Gebiete zurückzuerobern. König Alexander erreichte Novogrod im Juli 1502 und fand die Situation dort weiter verschliommert vor. Die „alliierten“ Wolga-Tartaren waren von den Krimm-Tartaren in die Flucht geschlagen worden, und die Moskoviter hatten die Länder der geschlagenen Tartaren okupiert. Ivan III. attackierte Smolensk, sein Primäres Ziel. Im Norden jedoch besiegte der Livländische Zeig des Deutschen Ritterordens die Moskoviter und entsetzten Smolensk. Daraufhin erklärte sich Iwan III. zu einem 6-jährigen Frieden bereit, gab Smolensk auf, behielt jedoch große Teile der eroberten Grenzgebiete.

    1506 Tartaren Invasion
    Die Angriffe der Krim-Tartaren wurden unter Mengli-Girey fortgesetzt. Im Frühjahr 1506 fiel er mit 10.000 Mann in Litauen ein und lagerte bei Kleck in der Nähe von Nieswitz, von wo er Einheiten nach Minsk, Nowogrodek und Lida entsandte. Glinski, ein erfahrener Kommandeur wurde daraufhin gegen die Tartaren in Marsch gesetzt. In seiner ungefähr gleichstarken Armee befanden sich u.a. die neuen polnischen Hussaren. Am 5.August 1506 attackierte Glinski das tartarische Lager, zerstörte es vollständig und schlug die gesamte tartarische Armee in die Flucht.


    1507-1508 Krieg mit den Moskovitern
    Die Moskoviter nehmen ihre nach Westen gerichteten Überfälle im April 1507 wieder auf, als zwei Armeen in Litauen einfallen und es bis zur Beresina hin verwüsten. Als die Polen und Litauer bereit sind zurückzuschlagen, beginnt Glinski mit moskovitischer Hilfe eine Rebellion. Sein Ziel, die lokale Bevölkerung aufzuhetzen misslingt jedoch und die Glinski/moskovitischen Truppen versuchen daraufhin Minsk einzunehmen. Sie ziehen sich jedoch bald zurück um sich mit anderen Moskovitern zu vereinigen, als die polnisch/litauische Armee erscheint. Die vereinte Moskovitische Armee belagert daraufhin Orsza, will sich jedoch dann erneut vor der königliche polnischen Armee zurückziehen, als diese wiederum erscheint. Die Polen attackieren, und Glinski flieht. Friedensverhandlungen finden im Oktober 1503 statt , wo Moskau Lukecz Litauen jedoch die Eroberungen Iwans III. zurückerhält.


    1509-1510 Krieg mit Modawien
    Währendessen fällt Bogdan von Moldavien in Pokucie ein und besiegt 1509 die Truppen der Kamieniec Garnison, die einen Gegenangriff auf ihn starten. Danach rückt er auf Lvov vor, scheitert jedoch in dem Versuch, auch nur eine wichtige Festung/Schlüsselposition zu erobern und zieht sich wieder, plündernd, zurück. Eine 4000 Mann starke Armee der pospolite ruszenie, dem polnischen Volsaufgebot, wird daraufhin nach Suczam gesendet und zerstört am 4. Oktober 1509 die Moldavische Armee bei deren Übergang über den Dniestr total. Bei den Friedensverhandungen imJanuar 1510 gibt Moldawien sowohl Pokucie, als auch alle Gegangenen und sämtliche Kriegsbeute zurück

    Quelle :

    Polish Renaissance Warfare by S. A. Jasinski
    www.jasinski.co.uk/wojna/index.htm


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