Miniature Wargaming - Was ist das?

  • Die Bedeutung und Aspekte des Wargamings
    Miniature Wargaming - Was ist das?

    Diese Seiten sind dem Hobby gewidmet, dass uns unzählige unterhaltsame nette Stunden und viele neue Bekanntschaften und einige neue Freunde beschert hat.

    Miniature Wargaming oder Tabletop-Wargaming ist das Nachspielen von historischen oder phantastischen Schlachten oder Gefechten mit Zinnminiaturen.

    Diese Seiten sollen ein wenig Verständnis bei Außenstehenden wecken, Anfängern ein paar Grundbegriffe erläutern sowie alten Hasen Spiele, Regelvorschläge und einfach ein paar schöne Bilder bieten.

    “Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch wo er spielt” Friedrich von Schiller (1759 - 1805), dt. Dichter

    Von Außenstehenden, insbesondere in Deutschland, wird diesem Hobby oft mit Unverständnis begegnet, manche halten es für kindisches Spiel mit Zinnsoldaten, andere für eine Verherrlichung von Krieg und Militarismus.

    Die Wargamer selber schätzen eine ganz andere Kombination von sehr verschiedenen Teilaspekten, die dieses Hobby ausmachen. Jeder setzt dabei ganz eigene Schwerpunkte bei der Gestaltung seines Hobbys.


    Der Sammler

    Das Sammeln von Zinnfiguren ist ein elementarer Teil des Hobbys. Sie sind in den verschiedensten Größen von 2 mm (Augenhöhe der Figur) bis zu 90 mm (und darüber hinaus erhältlich). Die gebräuchlichsten Maßstäbe sind 15 und 25 mm.

    Die Figuren sind oft kunstvolle, kleine Skulpturen und gute Modelleure genießen innerhalb der “Szene” einen gewissen Starstatus.

    Die Figuren werden in unzähligen Variationen für alle Epochen und Themenbereiche von zahlreichen Herstellern vertrieben. Sie sind aber, außer im Versand, nur schwer zu bekommen, so daß es teilweise schon eine eigene reizvolle Aufgabe darstellt, die Figuren für die gewünschte Armee in einem langen Suchprozess zu sammeln.


    Der Maler und Bastler

    Der ästhetische Effekt eines Tabletop-Spieles ist zu einem großen Teil davon bestimmt, dass liebevoll bemalte Zinnfiguren durch ein möglichst “realistisch” gestaltetes Miniaturgelände bewegt werden.


    Gebäude und Geländeteile können gekauft oder selbst gebastelt werden. Auch die Figuren müssen oft für die gewünschten Zwecke umgebaut werden. Das Bemalen der eigenen Figuren ist aber ein wichtiger Aspekt, und nur wer zu wenig Zeit (oder zuviel Geld) hat, kauft Figuren und Gelände fertig bemalt.


    Der Forscher

    Insbesondere bei historischen Spielen ist eine intensive Beschäftgung mit der oft schwer zu beschaffenden Literatur notwendig, um die Armeen korrekt zusammenzustellen, die Figuren originalgetreu zu bemalen und möglichst viel Wissen über die Schlachten der jeweiligen Epoche zusammenzutragen.


    Der Spieler

    Mit das schönste am "Wargamen" ist die Kommunikation mit den Mit- und Gegenspielern. Eine interessante Kampfsituation ist der Höhepunkt von vielen Stunden der Vorbereitung, ganz gleich ob man triumphiert oder unterlegen ist (auch wenn es natürlich schön ist, wenn der Gegenspieler zum wiederholten Male seine Würfel zum Fenster hinaus feuert).

    Die mittlerweile weit verbreiteten Computer-Wargames mögen realistischer erscheinen, die emotionale Beteiligung bei einem Tabletop Spiel ist bei den Beteiligten aber auf jeden Fall höher.

    Die gewichtigen Zinnfiguren, bei deren langwieriger Bemalung die Hoffnung auf Heldentaten jeden Pinselstrich bestimmte und die dann in dem ersten Aufeinandertreffen mit dem Gegner hoffnungslos versagen, erhöhen doch sehr stark die emotionale Beteiligung.




    Der Wettkämpfer

    Natürlich gibt es auch immer das Interesse herauszufinden, wer denn nun der bessere Stratege ist. Schon beim Schach haben aber Weiß und Schwarz unterschiedliche Voraussetzungen, um so mehr natürlich bei Wargames bei denen oft gänzlich unterschiedliche Fraktionen gegeneinander antreten. Trotzdem gibt es Regelwerke, die hier durch ein Punktesystem weitgehende Chancenvergleichbarkeit herstellen und m.o.w. ausgeglichene Wettkampfspiele und ganze Kampagnen und Turniere ermöglichen.


    Der Regelschreiber

    Viele Wargamer gehen früher oder später dazu über, bestehende Regelwerke um sogenannte Hausregeln zu ergänzen; oder sie schreiben für bestimmte Spielwelten oder besondere Szenarien ihre eigenen Spielregeln.


    “If life doesn´t offer a game worth playing, invent a new one”

    Anthony J.D`Angelo


    Anekdote

    Die einzig mir bekannte Darstellung eines Wargames in einem Spielfilm zeigt der Agenten-Film mit dem hoffnungslosen Titel “Den Aasgeiern eiskalt serviert” (im Original “Callan”, GB 1973). Im Film lobt das spätere Opfer die ästhetischen Sinnenfreuden, die ihm seine junge Frau, das gute Essen, ein hervorragender Wein und nicht zuletzt ein gutes Wargame bereiten. Wenig später wird er leider, während sie die Schlacht von Gettysburg nachspielen, vom Hauptdarsteller erschossen!



    Jedenfalls sagt die Legende, dass der Hauptdarsteller, ein gewisser Edward Woodward, während der Dreharbeiten seine Liebe zum Wargaming endeckt hat und zu einer der führenden Figuren in der britischen Wargamer-Szene wurde...(Danke Adrian ;)



    Weiterführende Links zum Thema Entstehung und Geschichte des Wargamings / Tabletops :

    * Outsmarting Napoleon - War games enthusiasts use miniature soldiers and multiple-terrain boards to simulate real battles
    * The Courier's - A timeline of the historical miniatures wargaming hobby

    Dieser Artikel wurde mit freundlicher Unterstützung von Rolf Steens von der Pantoffelhelden Seite übernommen. Danke Rolf!

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