Armati 50 Punkte Schlachtbericht (Weströmer gegen Franken)

  • Kleiner "blumiger" Schlachtbericht einer 50 Punkte Armati 2 Schlacht.
    Südwestdeutschland, ca. 350 n. Chr.[/size]



    Der Morgennebel hatte sich verzogen und die Junisonne begann hell und warm zu scheinen. Syfax richtete sich in seinem Sattel auf und blickte vom Hügel herab in die Ebene. In der Ferne sah er zu seiner linken Bewegung in den Wäldern, zur rechten wie sich Reiterei auf einem Hügel formierte. Dazwischen drängten sich die geballten Horden der Stammeskrieger. Man konnte schon leise das heisere Gebrüll der Barbaren hören. "Der Anführer scheint ein schlauer Fuchs zu sein", dachte Syfax. "Im Wald liegen Stammeskrieger und Leichtbewaffnete auf der Lauer, um uns in die Flanke zu fallen, während wir sie im Zentrum zurückdrängen." Er kannte diese Taktik, schließlich hatte er in seinen jungen Jahren selbst auf der anderen Seite gekämpft. Nun aber war er, Syfax, der Franke, der starke Arm des Imperiums. Er gab seinem Hornisten einen Wink und zum blechernen Klang der Tuba wurde neben ihm sein Vexillum mit dem Chi-Roh aufgerichtet. Wie ein Mann rückte die römische Schlachtreihe vor. Die Drachenstandarten zuckten und zischelten bunt im Wind, grell glänzten Bronzehelme und stählerne Speerspitzen, Syfax fühlte den Rausch seiner Macht. "Mithras," dachte er "schenke mir heute den Sieg und mein Name wird unsterblich sein!"

    ...

    Barbautio drängte sein Pferd nach vorn und spähte angestrengt in die Richtung des Gegners. Kurz durchzuckte ihn ein Gefühl von Furcht, dies waren besser bewaffnete Feinde als die Garnison des Kastells, das er gestern niedergebrannt hatte. Dies musste das römische Feldheer sein. Profis. Viele vielleicht so gut wie die besten seiner Gefolgsleute. Er sah das Blinken von Rüstungen und Helmen und in der Mitte der gegnerischen Schlachtordnung schoben sich, gleißend im Sonnenlicht, schreckliche Gestalten nach vorn- Reiter, gepanzert von Kopf bis Fuß und gepanzerte Pferde reitend. Wie lebendige Statuen aus Erz! Aber ein Mann wie Barbautio wäre nicht in dieser Position wenn er Gefühle wie Furcht nicht beherrschen könnte! Seine Männer vertrautem ihm nach so vielen Siegen blind. Er sah die große Zahl seiner Alamannen, blickte in ihre stolzen und entschlossenen Gesichter. Die Schar der Römer war viel kleiner, das glänzende Metall ihrer Rüstungen verhieß reiche Beute und der Ruhm des Sieges würde weitere Scharen der Alamannen in sein Gefolge bringen. Entschlossen brüllte er einen Kriegsruf und schlug seine Wurfaxt immer wieder gegen den metallbeschlagenen Schild. Seine Krieger antworteten, indem sie in den Kriegsruf einstimmten und in ihren Kolonnen langsam vorrückten.

    ...

    Die beiden Schlachtreihen rückten in vollem Tempo aufeinander zu, beide Befehlshaber waren ebenso ungestüm wie unbesonnen. Keiner der Kontrahenten führte komplexe Manöver durch, "Angriff, Angriff!" hieß auf beiden Seiten die Devise. Die Alamannen hatte auf ihrer rechten, vorgeschobenen Flanke ein Wäldchen mit leichtbewaffneten Fußkriegern und plänkelnden Speerwerfern und Bogenschützen besetzt. Im Zentrum daneben standen Stammeskrieger in Schlachtreihen, angespornt von ihrem General, der sie begleitete. Links daneben, gegenüber der römischen Reiterei, weitere Stammeskrieger in tiefer Schlachtordnung. Auf der rechten Flanke massierte sich schwere Reiterei zum Angriff, ein weiterer Trupp schwerer Adelsreiter stand hinter der Armee in Reserve.

    Die Römer hatten auf ihrer rechten Flanke berittene Bogenschützen und plänkelnde Bogenschützen zu Fuß auf einem Hügel postiert, die nun der schweren alamannischen Reiterei entgegenrückten, das schwierige Gelände als Deckung nutzend. Daneben, weiter zum Zentrum hin, ritten schwere Reiter, gleichermaßen die Stammeskrieger und die Adelsreiter bedrohend. Im Zentrum daneben Kataphrakten, dann die Legionen, erst eine in breiter Schlachtreihe, dann, zur linken Flanke hin, zwei weitere in tiefer Schlachtordnung. Die linke Flanke wurde gedeckt von drei Einheiten Auxilia, ganz außen dann leichte Reiterei mit Wurfspeeren.

    Zwei Runden lang rückten die feindlichen Armeen aufeinander zu und fügten sich dabei bereits die ersten Verluste durch Bogenfeuer zu. Die rechte Flanke sah ein zähes Plänkeln der leichten römischen Reiter und Bogenschützen, die es immer wieder schafften, die alamannischen Adelsreiter auf sich zu ziehen, rechtzeitig aber feuernd vor ihnen wieder zurückzuweichen. Zermürbt rückten die Adelsreiter nach und konnten in den Nahkampf im Zentrum der Schlachtreihen nicht mehr eingreifen. Auf der linken Flanke schwärmten die germanischen Plänkler aus dem Wald und fügten mit ihrem Fernkampf der römischen Auxilia empfindliche Verluste zu. Die illyrische Reiterei trieb sie in den Wald zurück, musste dann aber selbst vor der aus der Reserve herangeführten alamannischen Adelsreiterei ausweichen. Die Einheiten auf der linken Flanke bedrohten sich daraufhin lediglich gegenseitig, bei gelegentlichem Fernkampf.

    Im Zentrum rückte zunächst die römische Auxilia vor und fügte mit Wurfspeeren einer Einheit Stammeskrieger schwere Verluste zu und löschte einen Trupp alamannischer Plänkler aus. Dann prallten die geballten Horden Stammeskrieger mit den Auxilia, Legionären, Kataphrakten und Equites zusammen. Beide Generäle beteiligten sich am Getümmel, der alamannische Befehlshaber schloss sich der zentralen Stammeskrieger-Einheit an, der römische General der breit aufgestellten Legion.

    Nun folgten zwei Runden sehr, sehr blutigen Nahkampfes. Die erste Runde sah die Vernichtung von zwei Auxilia-Einheiten und zwei Einheiten von Stammeskriegern, woraufhin die Stammeskrieger Nahkampfabbrüche durchführten, um mit erneutem Impetus heranzustürmen. Dies gelang und führte in der folgenden Runde zum Gemetzel. Zwei Legionen, die Kataphrakten und der römische General fielen, aber auch drei weitere Einheiten Stammeskrieger und der alamannische General wurden niedergestreckt.

    Beide Armeen hatte damit ihren "breakpoint" erreicht, die alamannischen Verluste waren aber noch größer als die römischen. Das Ergebnis also: Vielleicht ein knapper römischer Sieg oder ein gewinnendes Unentschieden. (d.h. so haben wir's gespielt, eigentlich gewinnt man bei ARMATI sofort, wenn der Gegner seinen "Breakpoint" erreicht. In diesem Fall wären das die Germanen gewesen- also: Römischer Sieg! Wir bringen es aber einfach nicht fertig laufende Nahkämpfe nicht auszuwürfeln ;) )

    ...

    Erschöpft, blutig und verbittert hatten sich die Heere am Nachmittag in ihre Ausgangspositionen zurückgezogen. Barbautio hatte man tot unter seinem Pferd gefunden, die Lanze eines der drei von ihm persönlich niedergestreckten Kataphrakten hatte seinen Harnisch durchstochen. Syfax lag in seinem Zelt und rang mit dem Tod, ein Wurfspeer hatte seinen Hals durchbohrt. Führerlos hatte sich die Alamannenhorde bis zum Abend schnell zerstreut, im zerschlagenen römischen Heer konnten die Unterführer mit knapper Not die Disziplin so weit aufrechterhalten, dass das Lager und der Kampfplatz die Nacht über behauptet wurden. "So vergeht der Ruhm der Welt," dachte Anicius, Tribun der Comitatenses, als er aus dem Zelt des Heermeisters trat, um das Kommando zu übernehmen.

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    Die oben beschriebene Schlacht ist die etwas blumige Schilderung eines 50 Punkte ARMATI Spiels zwischen Arno und mir. Gespielt wurden Spätrömer gegen Alamannen (dargestellt durch Frühe Germanen Figuren und repräsentiert durch die Frühe Franken Armeeliste). Gelernt haben wir daraus beide, dass subtile Taktiken bestimmt wirkungsvoller sind, als stumpfes Draufhauen. Naja, aber richtig Spaß macht so ein Geprügel schon!

    Die Armeen hatten beide Breakpoint 4 und Initiative 6.

    Dies sind die Aufstellungen:
    Early Frankish (Alamanni)

    8 WB 5 (1) 2 +1 Various

    2 HC 5 (1) 0 +1 Various

    1 HC 4 (0) 0 +1 Various
    2 SI 3 (1) 2 +2 Javelins

    2 SI 2 (1) 1 +2 Bows

    Gelände: 1W, 2 GR

    alles bis auf die Skirmisher sind "key units"
    Divisionen: H1: 3 WB (deep deployment), H2: 2 WB, H3: 3 WB, H4: 2 HC, H5: 1 HC, L1: 2 SI, L2: 2 SI

    Late Romans:

    3 FT 6 (2) 1 +1 Spears/Javs/swords

    3 LHI 4 (1) 2 +1 Javelins

    1 CAT 6 (2) 0 +3 Lances

    1 HC 4 (0) 0 +1 Various

    2 LC 2 (0) 0 +1 Javelins

    2 LC 1 (0) 0 +1 Bows

    2 SI 2 (1) 1 +2 Bows

    Gelände: 1 SH, 1 GR


    alles bis auf Skirmisher und Light Heavy Infantry (!) sind "key units"


    Divisionen: H1: 1 HC, H2: 1 CAT + 1 FT, H3: 1 FT (deep deployment), H4: 1 FT (deep deployment), L1: 2 LC, L2: 2 LC, L3: 2 SI, L4: 2 LHI, L5: 1 LHI


    Für die nicht-ARMATI-kundigen:
    WB: Warband (4 Basen a 4 Figuren), HC: Heavy Cavalry (2 Basen a 3 Figuren), SI: Skirmisher Infantry (2 Basen a 2 Figuren), FT: Foot (4 Basen a 4 Figuren), LHI: Light-Heavy Infantry (2 Basen a 3 Figuren), CAT: Cataphracts (2 Basen a 3 Figuren), LC: Light Cavalry (2 Basen a 2 Figuren)W: Wood, GR: Gentle Rise, SH: Steep Hill
    Es gibt Heavy und Light Divisions, in denen Einheiten zusammengefasst werden um sie zu "kontrollieren".

    Das Einheitenprofil bedeutet Kampfwert nach vorn, Flanken/Rücken und unter besonderen Umständen (z.B. im Gelände). Der "+" Wert ist die "Missile Protection" und der letzte Eintrag die Bewaffnung (wichtig u.a. für Fernkampf).

    Das Spiel hat inklusive Aufbauen usw. 90 Minuten gedauert.

    Gruß,

    Yogsothoth

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