Regeln für ACW

      Regeln für ACW

      Wer spielt die Zeit um ACW oder 1870/71 bzw.1866? Theoretisch könnte ich es mit Black Powder abdecken, aber das fühlt sich nicht gut an. Spätestens nach den Karlistenkriegen ist damit Schluss bei mir. Welche Regeln könnt ihr mir empfehlen, mit einheiten auf Bataillons- bzw. Regimentsbasis?
      Im Wirkungskreis seines Schwertes ist jeder Mann ein Ubar! John Norman in einem seiner Gor-Romane

      Der Krieg ist eine einfache Kunst und ganz Vollzug (Napoleon Bonaparte)
      Ich habe mal Longstreet ausprobiert, das war nicht schlecht. Auch Fire and Fury war recht gut. Jedenfalls mir hats gefallen.
      "Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht..." Afrikanische Weisheit

      Hausfrauentip 21# : Salat schmeckt viel besser, wenn man Ihn kurz vor dem servieren durch Steak ersetzt.

      Wer anderen eine Grube gräbt.......benutzt wahrscheinlich einen Klappspaten Stufe 15 mit dem Stiel des Drachen und +5 auf Graben und Schanzen :)
      Das Problem könnte sein, die Anzahl der verwendeten Systeme um mindestens eines kleiner zu halten als die Anzahl der Spieler. :P

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      Civil War Battles machte mir einen guten Eindruck - Besprechung - und hat den Reiz, dass die Regimenter an Erfahrung gewinnen können, dabei aber ihre Verluste fortschreiben, was ohne weitere Mechanismen in eine Art Kampagne mündet.

      Sie eignen sich logischerweise auch für Deine ( von mir unterstellten ) 20mm Figuren.

      Ariovist
      Gold is for the mistress -- silver for the maid --
      Copper for the craftsman cunning at his trade.
      "Good!" said the Baron, sitting in his hall,
      "But Iron -- Cold Iron -- is master of them all."
      R, Kipling
      Also ich habe ja das ACW von PeterPig im Market anzugeben....nicht, weil es mir nicht gefallen würde, sondern weil einfach in meiner "Spielreichweite" keiner ACW spielen will.

      Aber ansonsten hat Aviovist Recht. Das eigentliche Problem sind die Mitspieler. Und, wenn Du wie ich bei Napoleonisch auf Solospiele angewiesen bist, dann schau mal was THW Games anbietet: Black Powder
      An ACW Regeln habe ich bisher folgende gespielt:

      Fire + Fury Brigaderegeln:
      Regeln sind über 20 Jahre als und bisher das beste was ich in den Händen hatte.
      Einfach zu lernen, schwierig zu meistern. Rein szenariobasiert, auch wenn es ein Punktsystem
      im Netz gibt für Begegnungsschlachten. Unendlich viele fertige Szenarien im Netz gibt es dafür...
      Ich habe im Club diverse Schlachten für mehrere Spieler angeboten, bei den ich den Spielleiter
      gemacht habe und gleichzeitig die Regeln erklärt habe. Hat immer Spaß gemacht.
      Jede Einheit ist übrigens eine Brigade, deshalb kann man auch größere Schlachten damit spielen.
      Übrigens werden derzeit die Regeln aktualisiert und neu rausgebracht. M.E. ist das ein Pflichtkauf !


      Regimental Fire + Fury:
      Die Regeln ähneln vom Grundprinzip den o.g. Brigaderegeln, sind aber wesentlich detailierter und
      umfangreicher. Mir gefällt dieser sehr hohe Detailgrad nicht besonders, da sich die Spieler mehr auf
      Kleinkram als auf die Schlacht konzerntrieren.

      Longstreet von Sam Mustafa:
      Viele tolle und innovative Ideen drin. Spiel ist eine Mischung von Würfeln und Kartenbasierten Aktionen
      und Ereignissen. Es gibt ein eingebautes Kampagnensystem, was extrem GEIL ist. Da ist man ein General,
      der 1861 mit einer Rekrutentruppe anfängt und diverse Schlachten durchlebt. Verluste auf dem Schlachtfeld
      aber auch von Seuchen werden berücksichtigt, es gibt Verstärkungen, Eliteregimenter usw.
      Wirkliche Schlachten kann man aber nur eingeschränkt spielen, da jede Seite nur eine Division aufstellen kann.
      Das heisst die Grundeinheit ist wohl ein Regiment. Dennoch zu empfehlen.

      Black Powder:
      Die Regeln düften den meisten bekannt sein, daher nichts neues hierzu.
      Es gibt ein neues Armeebuch für den ACW. Ich selber kenne es nicht, habe aber viel
      gutes davon gehört.


      Aber Regeln hin oder her...ohne Mitspieler läuft nix.
      Ich habe vor sehr langer Zeit 2 Armeen ausgehoben und diverse Szenarien als Spielleiter
      angeboten und die haben allen großen Spaß gemacht.

      ACW lebt für mich nur vom spannenden Szenario. Die Truppen und der gesamte Krieg ist eigentlich
      eine stinklangweilige Angelegenheit. Da haben eine Menge Diletanten jahrelang hundertausende
      von Menschen verheizt, weil sie völlig unerfahren in der Truppen- und Kriegsführung waren.
      Die Truppen waren mehr oder weniger gleich, mit wenigen Unterschieden. Die Uniformen waren
      langweilig und (wie bereits erwähnt) die meisten Generäle waren Amateure und Idioten :wasp:

      Der Krieg ist wahrscheinlich nur deswegen ein to do bei den meisten Wargamern, weil es so geile
      Ami-Filme darüber gibt. Denn obwohl die deutschen Einigungskriege 1854-1871 militärhistorisch
      interessanter und spannender sind, kennt und spielt die trotzdem kaum einer.
      Nicht zu vergessen, dass die eigentliche Entscheidung im ACW nicht durch die großen Schlachten fiel, sondern durch die Besetzung wichtiger Orte und die Zerstörung der Logistik. Irgendwann konnten so die Verluste der großen Schlachten nicht mehr ausgeglichen werden. Dass Gettysburg als Wendepunkt betrachtet werden kann, liegt ja nur daran, dass diese Dinge danach zum Tragen kamen.

      Da irrten zwei Armeen umher und suchten sich, um zu schlagen, als ob das Selbstzweck war. Bei entsprechendem Vorgehen hatte Lee die Schlacht an einem genehmen Ort erzwingen können, statt einfach dort, wo man aufeinanderstieß. Selbst bei einem Sieg des Südens hätten aber die Verluste ihm mehr zu schaffen gemacht. Aber der Norden ist ja auch nicht auf die Lösung gekommen, sich aus Washington zurückzuziehen. Oder moderne Waffen zu benutzen. Oder andere zu bestellen, als die Industrie wollte. Oder zumindest dafür zu sorgen, dass die Bewaffnung der Regimenter nicht vom Zufall abhing.
      Gruß

      Riothamus

      Bemalte Miniaturen 2017:

      28mm: 21 Schafe, 1 Hund, 2 Zivilisten
      Reiskörner: 400 Infanteristen v1.0 (7 Regimenter), davon v2.0: 268 Infanteristen (4 Regimenter)

      Bemal- und Bastelzeit ab März 2017: 14 h
      Der alte Moltke zum Thema ACW:

      "zwei bewaffnete Meuten, die sich gegenseitig durch ein menschenleeres Land jagen."

      Das gute an dem Krieg, aus Sicht eines Wargamers, ist die unglaublich gute Dokumentation von hunderten kleinen bis großen historischen Gefechten. Man könnte sein ganzes Leben lang Szenarien spielen und doch nie zu Ende gelangen. Das dürfte einem z.B. beim Krimkrieg doch eher schnell passieren.

      Gruß
      Groteskerweise halten die Amerikaner die beiden Armeen für das Nonplusultra der Zeit -

      Urteil der europäischen Zeitgenossen sah das sehr anders - und Königgrätz ist offensichtlich besser orchestriert und weit größer als z. B. Gettysburg.

      Aber natürlich haben all die Filme das Interesse wachgehalten - und die Figuren geben auch für Sharp Practice einiges her.


      Ariovist
      Gold is for the mistress -- silver for the maid --
      Copper for the craftsman cunning at his trade.
      "Good!" said the Baron, sitting in his hall,
      "But Iron -- Cold Iron -- is master of them all."
      R, Kipling

      Tumbertor schrieb:

      Der alte Moltke zum Thema ACW:

      "zwei bewaffnete Meuten, die sich gegenseitig durch ein menschenleeres Land jagen."

      Das gute an dem Krieg, aus Sicht eines Wargamers, ist die unglaublich gute Dokumentation von hunderten kleinen bis großen historischen Gefechten. Man könnte sein ganzes Leben lang Szenarien spielen und doch nie zu Ende gelangen. Das dürfte einem z.B. beim Krimkrieg doch eher schnell passieren.

      Gruß


      Definitiv ist das so mit den vielen gut dokumentierten Szenarien. Eine Freude für
      den Spielleiter bzw. für sie Spieler. Und zwar in allen Größenordnungen. Für Skirmish ist da genau
      so viel da wie für den Spieler, der auf Grand Tactical steht.